Politik

Schüsse in Charkiw Attentäter verletzen Bürgermeister schwer

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Gennadi Kernes ist Bürgermeister der zweitgrößten Stadt der Ukraine, Charkiw.

(Foto: Twitter.com/@GennadyKernes)

Dem Bürgermeister von Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, wird am helllichten Tag in den Rücken geschossen. Warum, ist unklar. Der Lokalpolitiker ist offenbar nicht nur in Kiew angeeckt. Ärzte kämpfen nach einer Notoperation um sein Leben.

Der Bürgermeister der ostukrainischen Stadt Charkiw ist angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Gennadi Kernes sei in den Rücken geschossen worden, sagte die Sprecherin des Bürgermeisters der Nachrichtenagentur Interfax. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden, wo Ärzte ihn notoperiert hätten. Offenbar wurden Lunge und Leber von den Kugeln getroffen. Der 54-Jährige schwebt demnach in Lebensgefahr.

Laut übereinstimmenden Berichten von Reportern wurde Kernes beim Joggen niedergeschossen. Wer die Attentäter sind und warum der Anschlag auf den prorussischen Lokalpolitiker Kernes verübt wurde, ist unklar. Offenbar hatte Kernes aber in den vergangenen Wochen bereits Morddrohungen erhalten. Charkiw ist die zweitgrößte Stadt in der Ukraine.

Weitere Stadt von Separatisten beansprucht

Mittlerweile sind rund ein Dutzend ostukrainische Städte unter der Kontrolle prorussischer Milizen. Zuletzt haben rund 20 Bewaffnete das Rathaus der 80.000-Einwohner-Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk besetzt. Die Angreifer trugen Uniformen ohne Hoheitszeichen, hissten die Fahne der jüngst ausgerufenen "Republik Donezk" und errichteten Barrikaden.

Kostjantyniwka liegt etwa auf halben Weg zwischen Donezk und der Stadt Slawjansk, wo prorussische Milizen seit Freitag Militärbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) festhalten, darunter drei Bundeswehr-Soldaten und ein deutscher Dolmetscher. Die Bundesregierung verurteilte die Geiselnahme durch Separatisten abermals Mal scharf. Unter den OSZE-Mitarbeitern sind vier Deutsche. Sie waren am Sonntag auch noch in einer Art Pressekonferenz öffentlich vorgeführt worden.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Männer würden "gegen jedes Recht und ohne jeden Grund gefangen gehalten". "Die Bundesregierung verurteilt diese Geiselnahme auf das Schärfste." Den selbsternannten Bürgermeister von Slawjansk forderte er auf, das gesamte Team "unverzüglich, bedingungslos und unversehrt" freizulassen. An Russland appellierte Seibert, sich "ganz klar" von solchen Taten zu distanzieren.

Quelle: n-tv.de, nsc/rts/AFP

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