Politik

Indirekte Bestätigung von Uhrlau BND half bei Schalits Freilassung

Der Bundesnachrichtendienst ist an Lösung des Falls Gilad Schalit beteiligt - zumindest indirekt bestätigte dies der Chef des deutschen Geheimdienstes. "Das ist ein großer Erfolg", so Uhrlau über die Freilassung des israelischen Soldaten. Derweil taucht im Netz eine Namensliste auf.

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Die Unterstützer in Israel hoffen.

(Foto: AP)

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Uhrlau, hat indirekt bestätigt, dass der deutsche Auslandsgeheimdienst an der Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit beteiligt war. Der BND sei mit Unterstützungsaufgaben betraut worden, die besonders qualifizierte und erfahrene Mitarbeiter übernommen hätten, die sich im Nahen Osten sehr gut auskannten, sagte er.

"Wenn jetzt ein Ergebnis erzielt worden ist, das möglichst bald Schalit nach fünfeinhalb Jahren in den Kreis seiner Familie zurückführt, dann ist das ein großer Erfolg", sagte Uhrlau. "Und wenn Deutschland und der BND dort einen Anteil hatten, dann macht uns das auch stolz."

Israel und die radikalislamische palästinensische Hamas hatten sich am Donnerstag auf einen spektakulären Gefangenenaustausch geeinigt: Der entführte Soldat Schalit soll im Tausch gegen 1027 Palästinenser in israelischer Gefangenschaft freikommen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Betselem werden in israelischen Gefängnissen mehr als 5200 Palästinenser festgehalten, weil sie Angriffe auf Israelis verübt haben oder die Sicherheit Israels gefährden.

Namensliste aufgetaucht

Eine der Hamas nahe stehende Internetseite veröffentlichte eine Liste mit den Namen der Palästinenser, die im Zuge des Gefangenenaustauschs freigelassen werden sollen. Darunter seien 280 Häftlinge, die zu lebenslangen Strafen verurteilt worden waren, berichteten israelische Medien. Demnach soll unter anderem auch der älteste palästinensische Häftling, der 78 Jahre alte Sami Junis, freikommen. Andere Palästinenser hätten bereits mehr als 30 Jahre Haft in israelischen Gefängnissen verbüßt.

Das israelische Justizministerium kündigte zuvor an, die offizielle Namensliste werde am Sonntag veröffentlicht. Dann hätten Israelis 48 Stunden Zeit, die Justiz gegen die Freilassung bestimmter Häftlinge anzurufen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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