Politik

Stuttgart 21 Bahn-Studie bestätigt Kritiker

Zahlreiche Risiken, noch höhere Kosten: Eine bahninterne Studie über das Projekt Stuttgart 21 ist Wind in den Segeln der Kritiker. Für manche heikle Bauaufgaben findet sich offenbar nicht mal eine Firma, die sie machen will.

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Was Demonstranten lange forderten, ist inzwischen Realität.

(Foto: dpa)

Das milliardenteure Bahnprojekt "Stuttgart 21" birgt womöglich noch mehr Kosten- und Baurisiken als bislang bekannt. Dies gehe aus einer bahninternen Studie hervor, berichtet der "Stern". Das dem Hamburger Magazin nach eigenen Angaben vorliegende Papier zum Umbau des Stuttgarter Sackbahnhofs in einen unterirdischen Knotenpunkt listet demnach 121 Risiken auf. 48 davon könnten zusätzliche Kosten von bis zu 1,264 Milliarden Euro verursachen. Sollten sie Realität werden, würde dem "Stern" zufolge der von der Deutschen Bahn und der Politik verordnete Kostenrahmen von 4,5 Milliarden Euro deutlich überschritten.

Bahnchef Rüdiger Grube erklärte dazu: "Wir werden unsere Schmerzgrenze von rund 4,5 Milliarden Euro nicht überschreiten". Also seien "Spekulationen über Kostensteigerungen schlichtweg haltlos". Es sei "ein Beleg professioneller Arbeit, alle erdenklichen Risiken in Betracht zu ziehen und zu bewerten, um anschließend gegenzusteuern".

Das 130 Seiten umfassende Dossier mit dem Titel "Chancen und Risiken" bestätigt laut "Stern" viele der von "Stuttgart 21"-Kritikern vorgebrachten Bedenken. Etwa, dass der Baugrund tückisch sei, dass die geplante Bahnstation am Flughafen nicht "ausreichend leistungsfähig" sei, oder dass für den Bau noch viele Grundstücke fehlten.

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Grüner Kretschmann, Sozialdemokrat Schmid: Gibt es zwischen den beiden keine Eintracht, soll das Volk entscheiden.

(Foto: dapd)

Zudem fand sich der Studie zufolge trotz Ausschreibung keine Firma, die einen Tunnel bei Stuttgart-Cannstatt bohren will. Die Bohrarbeiten seien in dem schlüpfrig-löchrigen Untergrund hochkompliziert, man müsse unter dem Fabrikgelände von Daimler arbeiten, sagte ein Vertrauter des Projektleiters dem Magazin. Demnach könne immer Unvorhergesehenes passieren, und keiner wolle riskieren, dass die Autoproduktion still steht.

Grüne und SPD, die zukünftig wohl in Baden-Württemberg regieren, streben eine Volksabstimmung über das Projekt an. Die Grünen sind bereit, das Projekt schon vorher komplett zu begraben, wenn auch noch ein anstehender Stresstest weitere Komplikationen aufzeigt. Die Bahn hatte kurz nach der Wahl am 27. März einen vorläufigen Baustopp verhängt, weil die Zukunft des Vorhabens ungewiss ist.

Quelle: ntv.de, dpa