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Viele Tote in Syrien Ban "schockiert" über neues Massaker

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Das Grauen ist in Syrien allgegenwärtig, wie hier in Aleppo.

(Foto: AP)

Islamistische Rebellen töten in einem syrischen Dorf Dutzende Angehörige der alawitischen Minderheit, darunter Zivilisten und Mitglieder der regimetreuen Bürgerwehr. UN-Generalsekretär Ban zeigt sich "schockiert" über die Berichte.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich "schockiert" angesichts von Berichten über ein neues Massaker in Syrien gezeigt. Wie sein Sprecher Martin Nesirky in New York mitteilte, sollen im Dorf Maan in der Provinz Hama im Norden des Landes am vergangenen Sonntag dutzende Zivilisten "brutal getötet" worden sein.

Bei der zweiten Runde der Syrien-Friedensgespräche in Genf hatte die Regierungsdelegation am Montag in einem Erklärungsentwurf die Verurteilung eines Angriffs auf das alawitische Dorf gefordert. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatten islamistische Rebellen dort mindestens 21 Zivilisten und 20 regierungstreue Kämpfer getötet.

Ban verurteile "jegliche Gewalt gegen Zivilisten auf das Schärfste", erklärte sein Sprecher. Die Verantwortlichen für das Massaker in Maan und "alle anderen Verbrechen in Syrien" müssten vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden.

Misereor kritisiert EU-Flüchtlingspolitik

Das katholische Hilfswerk Misereor übte angesichts des blutigen Bürgerkriegs in Syrien massive Kritik an der europäischen Flüchtlingspolitik. "Es ist einfach lächerlich, dass es so wenig Aufnahmebereitschaft für syrische Flüchtlinge gibt", sagte Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon den "Aachener Nachrichten". Er forderte auch von Deutschland ein stärkeres Engagement: "Wir müssten nicht 10.000, sondern 100.000 syrische Flüchtlinge aufnehmen." Das sei noch immer nur ein geringer Teil angesichts der großen Zahl, aber es wäre ein Zeichen.

Kritisch äußerte sich der Misereor-Mann auch über die Syrien-Konferenz in Genf. Die Flüchtlinge säßen dort nicht mit am Tisch, Menschlichkeit sei nicht Teil der Verhandlungsstrategie, sagte er.

Nach Angaben von Aktivisten hat der syrische Bürgerkrieg seit Ausbruch der Kämpfe im März 2011 mehr als 130.000 Menschen das Leben gekostet und Millionen weitere in die Flucht getrieben.

Quelle: n-tv.de, ppo/rts/dpa

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