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Freitag, 05. Oktober 2012

"Muss mir nicht alles gefallen lassen": Beck schaltet auf stur

Hier kommt der Autor hin

Kurt Beck hat nichts mehr zu verlieren. Sein Abgang ist schon vorbereitet, da lebt es sich scheinbar völlig ungeniert. Dass nun ein Videoclip publik wird, der zeigt, wie er einem Passanten wüst über den Mund fährt, schockt den Pfälzer dann auch nicht. Er findet: "Wer austeilt, muss auch einstecken können."

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat sich für seine Pöbelattacke vor laufender Kamera gerechtfertigt. Der "Bild"-Zeitung sagte seine Sprecherin Monika Fuhr: "Der Ministerpräsident wurde während eines Interviews angeschrien. Dagegen hat er sich mit deutlichen Worten verwahrt. Auch ein Politiker muss sich nicht alles gefallen lassen. Und: Wer austeilt, muss auch einstecken können."

Beck hatte am Tag der Deutschen Einheit in München während eines Interviews mit dem SWR einen bayerischen Mann ruhigzustellen versucht, der ihm zurief: "Wir bezahlen für den Nürburgring." Der Passant spielte auf die Pleite der Rennstrecke an, die den Steuerzahler teuer zu stehen kommt.

SPD findet CDU zimperlich

Der SPD-Politiker reagierte mit derben Worten. Er sagte: "Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach das Maul halten, wenn ich ein Interview mache!" Als der Kritiker weiterredete, fügte Beck hinzu: "Sie sind nicht ehrlich, Sie sind dumm."

Die CDU sprach von einer "Entgleisung". Das sei eines Ministerpräsidenten unwürdig, kritisierte CDU-Generalsekretär Patrick Schnieder. Die SPD hält die Kritik für überzogen. "Für mich war das ein Temperamentsausbruch", sagte SPD-Generalsekretär Alexander Schweitzer. Die CDU lege das "Moralempfinden einer höheren Töchterschule" an den Tag. "Ich als Pfälzer weiß, dass zwischen Pfälzern und Bayern schon von jeher ein rustikaler Umgangston gepflegt wurde."

Dass Kurt Beck wenig Einsicht zeigt, dürfte auch mit seinem ohnehin geplanten Abgang von der politischen Bühne zusammenhängen. Der Mainzer Dauerregent will zum Jahreswechsel zurücktreten und seiner Sozialministerin Malu Dreyer das Feld überlassen.

Quelle: n-tv.de

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