Politik

Altkanzler wird als Favorit gehandelt Bekommt Kohl den Nobelpreis?

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Immer wieder Kandidat: Helmut Kohl könnte im 20. Jahr der Wiedervereinigung für seine Verdienste geehrt werden.

(Foto: dpa)

Dem "Kanzler der Einheit" könnte im 20. Jahr der Wiedervereinigung eine besondere Ehre zuteil werden. Laut einem norwegischen TV-Sender gilt Kohl in diesem Jahr als Favorit für den Friedensnobelpreis. Allerdings werden auch die Namen von chinesischen und afghanischen Menschenrechtlern hoch gehandelt.

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl gehört in diesem Jahr offenbar zu den Favoriten für den Friedensnobelpreis. Wie der norwegische TV-Sender NRK kurz vor der Entscheidung am Freitag in Oslo berichtet, zählt Kohl zum engeren Anwärterkreis.

Der 80-jährige CDU-Politiker ist im Gefolge der deutschen Vereinigung immer wieder für die berühmte Auszeichnung vorgeschlagen worden. Damit soll Kohl für seinen Beitrag zur friedlichen Wiedervereinigung Deutschlands und dem Ende des Kalten Krieges in Europa geehrt werden. Bei einer Feierstunde aus Anlass des 20. Jahrestags der Vereinigung war Kohl vergangene Woche zuletzt öffentlich aufgetreten.

Letzter deutscher Träger des Friedensnobelpreises war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt. Er wurde für seine Politik zur Aussöhnung mit osteuropäischen Nachbarn der Bundesrepublik ausgezeichnet.

Lui Xiabo wird hoch gehandelt

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(Foto: dpa)

Als weitere Favoriten unter den 237 Kandidaten für dieses Jahr gelten zudem mehrere Menschenrechtler aus China, Russland und Afghanistan. Vor allem der inhaftierte chinesische Dissident Liu Xiabo und die afghanische Menschenrechtlerin Simi Samar werden hoch gehandelt. Für eine Vergabe an Liu Xiabo setzten sich unter anderem der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel und der Dalai Lama ein. Als aussichtsreiche russische Kandidatin gilt Swetlana Gannuschkina von der vor allem für Tschetschenen aktiven Flüchtlingshilfsorganisation "Zivile Unterstützung".

Kurz vor der Entscheidung des Komitees setzte sich der frühere argentinische Fußballstar und Ex-Nationaltrainer Diego Maradona dafür ein, dass die Organisation der Großmütter des Maiplatzes (Abuelas de la Plaza de Mayo) ausgezeichnet wird. Die Großmütter suchen seit mehr als 30 Jahren nach den von der Militärdiktatur (1976-1983) geraubten Kindern.

237 Nominierungen

Im letzten Jahr hatte US-Präsident Barack Obama völlig überraschend die mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierte Auszeichnung erhalten, obwohl er damals erst knapp ein Jahr im Amt war. In der Begründung hieß es, Obama habe "ein neues internationales Klima geschaffen". Die Entscheidung war danach umstritten, und auch Obama selbst meinte, dass er den Preis eigentlich noch nicht verdient habe.

Unter der Rekordzahl von 237 Nominierten sind dieses Jahr 38 Organisationen. Hier werden die besten Aussichten dem Sondergerichtshof für Sierra Leone (SCSL) zu Verbrechen im Bürgerkrieg und dem in Oslo ansässigen Exil-Radiosender Democratic Voice of Burma eingeräumt.

Quelle: ntv.de, dpa