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Aufzeichnungen vor Veröffentlichung Bin Laden beklagte "Desaster"

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Osama bin Laden (l.), lange Jahre Chef der Al-Kaida.

(Foto: AP)

Terrorfürst Osama bin Laden hinterließ zahlreiche Dokumente, aus denen die USA Details über das Netzwerk Al-Kaida filtrieren. Offenbar war bin Laden nicht mehr glücklich mit dem Namen der Gruppe. Und zudem erzürnt über einige Tiefschläge.

Ein Jahr nach dem Tod von Osama bin Laden wollen die USA noch in dieser Woche Aufzeichnungen veröffentlichen, die bei dem Einsatz im Versteck des Al-Kaida-Chefs in Pakistan beschlagnahmt wurden. In den Dokumenten beklage Bin Laden unter anderem, dass seine Organisation "Desaster nach Desaster" erleide, sagte der wichtigste Anti-Terror-Berater der US-Regierung, John Brennan. Die Schriftstücke sollen in den kommenden Tagen auf der Website der US-Militärakademie von West Point veröffentlicht werden.

Vor seinem Tod habe der Al-Kaida-Chef über einen neuen Namen für seine Gruppe nachgedacht, um sie wieder attraktiver zu machen, sagte Brennan. Bin Laden habe sich darüber beklagt, dass die USA inzwischen nicht mehr vom "Krieg gegen den Terrorismus" sprächen und sich dadurch weniger Muslime beleidigt fühlten. Seine Anhänger habe der Al-Kaida-Chef aufgefordert, die pakistanischen Stammesgebiete zu meiden, wo sie US-Luftüberwachung und Bombardierungen zu befürchten hätten.

Drohnen schwächten Gruppe

Ein Jahr nach Bin Ladens Tod zeichnete Brennan von Al-Kaida das Bild einer geschwächten Organisation, die noch im Laufe dieses Jahrzehntes besiegt sein werde. Al-Kaida erleide unter anderem durch US-Drohnenangriffe "böse" Verluste und sei nur noch ein "Schatten ihrer selbst", betonte der Anti-Terror-Experte.

Der Kern der Al-Kaida-Führung werde bald "nicht mehr relevant" sein. Durch die anhaltende Verfolgung in den pakistanischen Stammesgebieten habe Al-Kaida weniger Orte, um ihren Nachwuchs auszubilden. Auch die Rekrutierung neuer Mitglieder falle ihr zunehmend schwer. "Die Kampfmoral ist schlecht", bilanzierte Brennan.

Durch die Taktik der US-Regierung im Kampf gegen den Terrorismus sei es für Al-Kaida kaum noch möglich, großangelegte, potenziell katastrophale Anschläge zu planen und zu verüben. "Al-Kaida hat nur noch eine Handvoll fähiger Führer und Funktionäre und ist angesichts des andauernden Verfolgungsdrucks auf dem Wege zu ihrer Zerstörung."

Gleichzeitig betonte Brennan, weltweit halte die Bedrohung durch Terroristen an. "Während der Kern der Al-Kaida wankt, versucht er, seine mörderische Aufgabe an seine Filialen und Anhänger zu übertragen", warnte der Experte. Beunruhigend sei beispielsweise der Zusammenschluss von Al-Kaida mit der islamistischen Shebab-Miliz in Somalia. Auch die Gruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) stelle weiterhin eine Bedrohung dar.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington mit fast 3000 Toten war Bin Laden der Staatsfeind Nummer eins der USA. Fast ein Jahrzehnt konnte er sich verstecken, bis die US-Geheimdienste ihn und seine Familie im pakistanischen Abbottabad aufspürten. Ein US-Spezialkommando stürmte das Anwesen in der Nacht zum 2. Mai 2011 und erschoss den Al-Kaida-Chef.

Quelle: n-tv.de, AFP

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