Politik

Allein im Bücherraum Breivik darf studieren

Anders Behring Bereivik hat keine Hochschulreife, kann aber in den kommenden Haftjahren dennoch seine Bildung vervollkommnen. Im Hochsicherheitsgefängnis von Ila bekommt er alles, was er braucht, um sich mit Staatswissenschaft zu beschäftigen.

35132287.jpg

Breivik hat keine weiterführende Schulbildung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik darf in Eigenregie im Gefängnis Staatswissenschaft studieren. "Er bekommt einen Arbeitsraum, wo er die Bücher lesen kann, die er braucht", sagte der Direktor der südwestlich von Oslo gelegenen Haftanstalt Skien, Karl Gustav Knudsen, dem Rundfunksender NRK.

Jeder im Gefängnis habe das Recht zu studieren oder zu arbeiten. "Das ist ganz unproblematisch. Es wird für ihn wie für andere Insassen laufen", sagte Knudsen. Allerdings müsse Breivik allein studieren. Zuvor hatte sich der 34-Jährige an der Universität in Oslo für Politikwissenschaft beworben, war dort aber aufgrund mangelnder Qualifikation abgelehnt worden. In Norwegen wählen die Universitäten Bewerber auf Grundlage ihrer Noten in den Schulabschlussexamen aus. Wie gut die Noten sein müssen, um zugelassen zu werden, ändert sich von Jahr zu Jahr.

Breivik hatte in seiner Jugend die weiterführende Schule abgebrochen und sich stattdessen als Geschäftsmann versucht. Da ihm die Hochschulreife fehlt, kann er an einer Universität keinen Abschluss machen. Er hat aber grundsätzlich die Möglichkeit, im Fernstudium verschiedene Kurse zu belegen.

Die Bewerbung hatte großes internationales Aufsehen erregt. Einige Professoren hatten angekündigt, den verurteilten Attentäter nicht unterrichten zu wollen. Breiviks Anwältin Vibeke Hein Bära sagte, ihr Mandant lerne im Gefängnis, um einen besseren Schulabschluss zu erreichen. "Er sammelt Punkte, um an der Universität studieren zu können", so Hein Bära. Den Sommer über habe sich Breivik mit Mathematik befasst, später werde er sich anderen Fächern zuwenden.

Breivik sitzt im Hochsicherheitstrakt der Vollzugsanstalt Ila. Er hatte im Juli 2011 bei Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen getötet und war dafür zu 21 Jahren Haft mit möglicher Verlängerung verurteilt worden.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.