Politik
Die Unruhen haben Großbritannien geschockt.
Die Unruhen haben Großbritannien geschockt.(Foto: AP)
Mittwoch, 17. August 2011

Aufruf zu Randale im Internet: Briten zu langer Haft verurteilt

Nach den schweren Krawallen greift die britische Justiz hart durch. Allein wegen Aufrufen zu Randalen im Internet müssen zwei junge Männer jahrelang in Haft. Die Polizei hofft auf ein "abschreckendes Beispiel". Die Regierung will indes Londoner Problemviertel finanziell unterstützen - zumindest die dort angesiedelten Unternehmen.

Weil sie über das soziale Netzwerk Facebook im Internet zu Krawallen aufgerufen haben, sind im Nordwesten Englands zwei junge Männer zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt worden. Ein Polizeisprecher bezeichnete den Urteilsspruch als ein "abschreckendes Beispiel und eine klare Botschaft an potenzielle Krawallmacher". Die Facebook-Einträge der beiden Männer hätten gezeigt, "wie heutzutage die Technologie für kriminelle Aktivitäten missbraucht" werden könne.

Einer der Verurteilten ist ein 20-Jähriger, der die Facebook-Seite "Macht Northwich nieder" einrichtete und darauf unter anderem zum Sturm auf eine McDonald's-Filiale aufrief. Der zweite Verurteilte hatte seinerseits angesichts der Massenkrawalle im ganzen Land zu Protesten in seinem Wohnviertel in Warrington ebenfalls im Nordwesten Englands aufgerufen. Dazu setzte der 22-Jährige seine Facebook-Seite unter das Motto "Lasst uns Randale machen".

Jugendliche randalierten und ließen Scheiben klirren.
Jugendliche randalierten und ließen Scheiben klirren.(Foto: dpa)

In ganz Großbritannien war es in der vergangenen Woche zu Ausschreitungen vor allem durch junge Menschen gekommen. Bei den vier Nächte dauernden Unruhen kamen insgesamt fünf Menschen ums Leben. Es entstand ein Schaden in Höhe von mehreren Hundert Millionen Pfund. Geschäfte wurden zerstört, in Brand gesetzt und geplündert.

Hilfsfonds für Stadtviertel

Mit einem Hilfsfonds will nun die britische Regierung Unternehmen und Geschäfte in den von den jüngsten Krawallen besonders betroffenen Londoner Stadtvierteln unterstützen. Wie aus Regierungskreisen verlautete, soll das Programm heute von Ministern der liberal-konservativen Regierung vorgestellt werden. Der Fonds solle es Geschäften etwa in Stadtteilen wie Tottenham oder Croydon ermöglichen, wieder zu öffnen.         

Bislang hat Premierminister David Cameron vor allem mit harter Mit Leinwand auf Rowdy-Suche auf die Unruhen reagiert und den Verlust von Moral und Familienwerten dafür verantwortlich gemacht. Kritiker fordern, auch Probleme wie die sich verschärfende soziale Ungleichheit, die Verarmung in Teilen des Landes oder die hohe Jugendarbeitslosigkeit anzugehen.        

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Quelle: n-tv.de

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