Politik

7 von 42 Parteien sind drin Bundestag so groß wie nie

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Konzentrierte Arbeit nach 18 Uhr: Die Auszählung der Stimmen begann unmittelbar nach Schließung der Wahllokale.

(Foto: imago/DATA73)

Der Wähler hat entschieden, das vorläufige Endergebnis steht fest: Bei der Bundestagswahl 2017 scheitert die Masse der angetretenen Kleinparteien an der Fünf-Prozent-Hürde. Der neue Bundestag wird dennoch so groß wie noch nie zuvor.

Die großen Volksparteien CDU/CSU und SPD müssen bei der Bundestagswahl 2017 massive Verluste hinnehmen. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis stürzten CDU und CSU auf zusammen 33,0 Prozent ab, die SPD auf 20,5 Prozent. Damit kommen die bisherigen Koalitionspartner auf insgesamt 53,5 Prozent der Stimmen - eine theoretische Mehrheit, die der Union unter Angela Merkel wenig nutzt, da sich die SPD bereits klar gegen eine Fortsetzung der Großen Koalition ausgesprochen hat. Gleichzeitig macht ein Wahlergebnis von 12,6 Prozent der abgegebenen gültigen Zweitstimmen die AfD zur drittstärksten Kraft im neuen Bundestag.

Von den 42 zur Bundestagswahl angetretenen Parteien schafften es nur sieben über die Fünf-Prozent-Hürde und damit in den Bundestag: Neben der Union aus CDU und CSU sind das die SPD, die AfD, die FDP, die Linke und die Grünen.

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Die Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisübersicht hatte sich in der Nacht verzögert. Zwar waren bereits am frühen Montagmorgen um 3.40 Uhr alle 299 Wahlkreise ausgezählt. Doch erst in den frühen Morgenstunden gegen 5.25 Uhr konnte der Bundeswahlleiter den kompletten Datensatz mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis vorlegen. In der Nacht soll sich dem Vernehmen nach vor allem die Berechnung der genauen Sitzverteilung als schwierig erwiesen haben.

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Im neuen Bundestag werden nämlich insgesamt 709 Abgeordnete sitzen - so viele wie noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Kompliziert wurde die Berechnung der Sitzverteilung durch den Anstieg bei der Zahl der Überhang- und Ausgleichsmandate. Zuletzt umfasste das Plenum im Berliner Reichstagsgebäude, in dem der Bundestag tagt, 631 Abgeordnete. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate erringt als ihr nach ihrem Zweitstimmen-Anteil eigentlich zustehen. Ein Erfolg bei den Erststimmen wird durch Ausgleichsmandate belohnt.

Fast 15 Millionen Nichtwähler

Wahlberechtigt waren bei der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag insgesamt 61.675.529 Bürgerinnen und Bürger. Knapp 47 Millionen davon machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 76,2 Prozent und damit 4,6 Prozentpunkten mehr als bei der zurückliegenden Bundestagswahl vor vier Jahren.

Rund 14,7 Millionen Deutsche gingen - aus welchen Gründen auch immer - nicht zur Wahl. Auch wenn sich die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2013 verbessert hat, bleibt der Anteil der Nichtwähler hoch. Zum Vergleich: Die Nichtwähler stehen für mehr Stimmen, als etwa die CDU als stärkste Kraft auf sich vereinen konnte. Die Partei von Kanzlerin Angela Merkel kam (ohne CSU) lediglich auf 12,4 Millionen der abgegebenen und gültigen Zweitstimmen.

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Quelle: n-tv.de, mit dpa