Politik

Neue Technik-Panne bei Irak-Reise Bundeswehr-Soldaten hängen fest

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Techniker der Bundeswehr reparieren eine Transall auf einem Flughafen bei Dresden (Archivbild): Die jetzige Panne ist schon die zweite auf dem Weg der sechs Ausbilder in den Irak.

(Foto: APN)

Seit Tagen sitzen sieben Ausbilder der Bundeswehr in Bulgarien fest. Erst lassen sie die irakischen Behörden nicht einreisen - nun ist auch noch ihr Flugzeug zum zweiten Mal defekt. Aber nicht nur die Deutschen plagen technische Probleme.

Bei der Reise der Bundeswehrausbilder zur Schulung kurdischer Kämpfer im Nordirak muss wegen eines technischen Defektes erneut verschoben werden. Sechs Fallschirmjäger und ein Sanitäter befinden sich nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums nach wie vor im bulgarischen Burgas. An einer Lösung des Defekts an der Transportmaschine werde "mit Hochdruck" gearbeitet. Die Männer sollten ursprünglich um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit im irakischen Erbil landen.

Die Soldaten stecken schon seit Tagen in der Stadt am Schwarzen Meer fest, da ihnen die irakischen Behörden keine Einreisegenehmigung ausstellen wollten. Inzwischen sei ihnen die Einreise jedoch genehmigt worden. Bereits der Aufbruch aus Deutschland war von einer Flugzeugpanne begleitet worden. Da ihre Transall auf dem Nato-Flugplatz Hohn in Schleswig-Holstein nicht einsatzbereit war, mussten die Ausbilder kurzerhand auf eine Ersatzmaschine umsteigen.

Ebenso hatte die niederländische Luftwaffe mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die McDonnell Douglas KDC-10 der KLM, die am Mittwochmittag von Leipzig aus 50 Panzerfäuste mit Munition, 520 G3-Gewehre und 20 Maschinengewehre der Bundeswehr nach Bagdad bringen sollte, hatte einen Defekt. Für die Reparatur musste ein Ersatzteil eingeflogen werden. "Dieses Ersatzteil muss eingeflogen werden, dann wird es eingebaut, dann ist die Maschine wieder startklar, dann wird sie beladen - und dann kann sie fliegen", sagte Major Robert Habermann nach Stunden der Ungewissheit. Demnach soll es in der Nacht zum Donnerstag so weit sein.

Nächste Transporte mit ukrainisch-russischen Antonows

Der Transport mit der Maschine der niederländischen Luftwaffe habe sich angeboten, weil darin Platz für die 27 Tonnen Material sei, teilte die Bundeswehr mit. Es ist die erste Charge von insgesamt 600 Tonnen, die in den Irak geflogen werden sollen. Insgesamt sollen 10.000 kurdische Kämpfer mit Waffen für 70 Millionen Euro aus Bundeswehrbeständen ausgerüstet werden.

Bis Anfang Oktober sind weitere Waffenlieferungen vorgesehen. Sie sollen ebenfalls über Leipzig/Halle abgewickelt werden - dann allerdings nicht mit holländischen Frachtmaschinen, sondern mit Antonows eines ukrainisch-russischen Unternehmens. Diese Riesenflieger eignen sich laut Bundeswehr auch für den geplanten Transport von Fahrzeugen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will sich in Berlin nicht weiter zu der Verzögerung in Leipzig äußern. Sie räumt allgemein Probleme beim Lufttransport der Bundeswehr ein, beurteilt das deutsche Militär aber dennoch äußerst positiv. Sie wolle nicht verhehlen, dass die Bundeswehr auch Material habe, "das schon einige Jahre auf dem Buckel hat", sagt sie. Dass sich Deutschland mit einem Lufttransport im Nordirak und in anderen Auslandseinsätzen engagiere, zeige, wie "einsatzfähig und hochleistungsfähig" die Bundeswehr sei.

Quelle: ntv.de, bwe/dpa

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