Politik

"Darth Vader. Satan. Das ist Macht" Chefberater Bannon skizziert Trumps Linie

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"Finsternis ist gut", meint Donald Trumps Chefstratege Stephen Bannon.

(Foto: REUTERS)

Nach der künftigen Politik im Weißen Haus gefragt, bemüht Donald Trumps Chefstratege Stephen Bannon einen dramatischen Vergleich: Er sieht sich auf der dunklen Seite der Macht - und plant nicht weniger als eine nationalistische und wirtschaftliche Revolution.

Wenn es um die Politik der USA geht, hält sich der künftige Chefstratege im Weißen Haus, Stephen Bannon, gern an die Strategie der Bösen im Kult-Epos "Krieg der Sterne": "Finsternis ist gut", sagte Bannon der US-Zeitschrift "Hollywood Reporter" in einem Interview. "Dick Cheney. Darth Vader. Satan. Das ist Macht". Dem 62-Jährigen zufolge sei es nur hilfreich, wenn Demokraten und Medien blind dafür seien, "wer wir sind und was wir machen".  Bannon war der Wahlkampfmanager des künftigen US-Präsidenten Donald Trump und wird nun einen der einflussreichsten Jobs in dessen Mitarbeiterstab übernehmen.

Im Interview bestritt der wegen seiner Nähe zum Ku-Klux-Klan, weißen Nationalisten und Antisemiten umstrittene frühere Leiter der erzkonservativen Website "Breitbart News", rassistisch zu sein. Sein Ziel sei es vielmehr, die Arbeiterklasse in den USA in einer sich rasch wandelnden Welt wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. "Ich bin kein weißer Nationalist, ich bin ein Nationalist", so Bannon. "Ich bin ein Wirtschaftsnationalist."

Bannon warf den Anhängern der Globalisierung vor, die Arbeiterklasse in den USA zugunsten einer neuen Mittelklasse in Asien zerstört zu haben. Den Amerikanern gehe es jetzt vor allem darum, nicht "beschissen" zu werden. "Wenn wir erfolgreich sind, bekommen wir 60 Prozent der weißen Wähler und 40 Prozent der Schwarzen und Latinos", ist sich Bannon sicher. "Und dann regieren wir 50 Jahre lang."

"So aufregend wie in den 30ern"

Ziel seiner Anti-Establishment-Bewegung sei es deshalb in erster Linie, Jobs zu schaffen. "Das alles hat mit Arbeitsplätzen zu tun. Ich bin der Typ, der auf einen billionenschweren Infrastrukturplan dringt", sagte er in dem Interview in Manhattans Trump Tower. "Das wird so aufregend wie in den 1930er Jahren, größer als Ronald Reagans Revolution", frohlockte Bannon. Konservative und Populisten würden "in einer nationalistischen Wirtschaftsbewegung" vereint.

Bannon stammt zwar aus einer Arbeiterfamilie, wurde aber selbst rasch zu einem Vertreter des Establishments, gegen das er gerne zu Felde zieht. Unter anderem studierte er an der Harvard Business School und begann seine Karriere als Investmentbanker bei Goldman Sachs. Später wurde er Produzent in Hollywood, bevor er die Leitung von "Breitbart News" übernahm. Derzeit lässt er seine Arbeit für die Website ruhen.

Quelle: ntv.de, jug/AFP