Wer mit wem in Schwerin?Das sagt der Koalitionsrechner zur Wahl in MV

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern könnten sich die Mehrheitsverhältnisse verschieben. Die bisher regierende rot-rote Koalition kann voraussichtlich nicht ohne Verstärkung weitermachen. Für die AfD alleine reicht es wohl ebenfalls nicht. Welche Bündnisse sind rechnerisch möglich?
Der Wahltag steht fest, alles andere ist noch offen: An diesem Sonntag, dem 20. September, wird im Nordosten Deutschlands ein neuer Landtag gewählt. Die bisher vorliegenden Umfrage-Ergebnisse deuten auf eine Sitzverteilung ohne eindeutige Mehrheiten hin.
Wie sehen die Koalitionsoptionen in Mecklenburg-Vorpommern auf Basis der jüngsten Umfragewerte aus?
Hinweis: Der ntv Koalitionsrechner basiert auf den jüngsten Umfragewerten. Sobald am Wahlabend erste Prgnosen eintreffen, werden die Daten laufend aktualisiert.
Die Alternative für Deutschland (AfD) könnte womöglich neue stärkste Kraft im Norden werden. Aussichten auf eine Regierungsbildung aus eigener Kraft bestehen für die Rechten im Schweriner Landtag jedoch nicht. AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm steht voraussichtlich ohne Koalitionspartner da.
In den Umfragen fielen die Rechten zuletzt wieder hinter die SPD zurück. Eine einfache Fortsetzung der bisher regierenden Koalition aus SPD und Linken erscheint auf Basis der Umfragewerte unwahrscheinlich: Die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig muss sich mit ihren Sozialdemokraten wohl nach einem weiteren Koalitionspartner neben den Linken umschauen.
Die Auswahl an möglichen Koalitionären ist beschränkt: Die CDU will in Mecklenburg-Vorpommern nicht mit den Linken in einem Regierungsbündnis zusammenarbeiten. Die Perspektiven wirken für CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters nicht besonders einladend: In einem rot-rot-schwarzen Dreier-Bündnis unter Schwesigs Führung wäre er in Mecklenburg-Vorpommern hinter der Linken der kleinere Juniorpartner. Abgesehen davon steht etwaigen Koalitionsüberlegungen aufseiten der CDU auch noch der Unvereinbarkeitsbeschluss entgegen. Die Parteispitze in Berlin ist strikt gegen eine Zusammenarbeit mit den Linken.
Schwesigs Problem: Es gibt wenig andere Optionen. Die Grünen stünden theoretisch als möglicher Ansprechpartner bereit - doch ob sie es überhaupt in den Landtag schaffen, ist noch nicht sicher. In den Umfragen lag die Partei mit ihrer Spitzenkandidatin Claudia Müller zuletzt an der entscheidenden Schwelle von fünf Prozent. Mit den Grünen wäre theoretisch auch ein Dreierbündnis mit CDU und ohne die Linkspartei möglich.
Die Aussichten für die übrigen Parteien sehen in der Woche vor dem Wahltermin schlechter aus: Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) lag in den Umfragen zuletzt bei vier Prozent, die FDP wird von den Meinungsforschern in MV nicht mehr gesondert ausgewiesen. BSW und Liberale sind im Landtag voraussichtlich nicht vertreten.
Könnte die AfD theoretisch doch noch eine Regierungsmehrheit schmieden? Einem rein rechnerisch möglichen Bündnis mit den Christdemokraten steht der Brandmauer-Beschluss der CDU entgegen. Abgesehen von dem bundespolitischen Eklat, den eine Beteiligung der CDU in MV an einer AfD-geführten Landesregierung auslösen würde, erscheint eine solche Koalition auch praktisch wenig realistisch.
Wie genau die Mehrheitsverhältnisse am Wahlabend aussehen, liegt am 20. September in den Händen der 1,3 Millionen Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern. Als Ministerpräsidentin ist SPD-Politikerin Schwesig durchaus beliebt. Um weiter regieren zu können, muss sie auf einen Einzug der Grünen ins Parlament hoffen - oder auf eine Annäherung der CDU. Damit wären zumindest Wege für eine Dreier-Koalition frei.

