Politik
Montag, 15. Juni 2009

Krawalle in Georgien: Demonstranten niedergeknüppelt

In der Kaukasusrepublik Georgien werden bei schweren Ausschreitungen zwischen der Polizei und Gegnern von Präsident Saakaschwili Dutzende Menschen verletzt. Laut Augenzeugen ging die Polizei mit Schlagstöcken gewaltsam gegen Demonstranten sowie Journalisten vor.

(Foto: dpa)

In der georgischen Hauptstadt Tiflis ist die Polizei mit Schlagstöcken gegen mehrere dutzend protestierende Regierungsgegner vorgegangen. Wie ein Fotograf berichtete, wurden bei den Auseinandersetzungen vor einer Haftanstalt offenbar mehrere Oppositionelle verletzt. Das georgische Innenministerium bezeichnete den Vorfall als einen "kleinen Streit", verletzt worden sei niemand.

"Wir sind gekommen, um uns friedlich zu versammeln, doch die Polizei hat uns sofort angegriffen und die Menschen mit Knüppeln und Stöcken geschlagen", sagte ein Demonstrant. Ein anderer Mann erzählte, viele seien geflüchtet, um sich zu verstecken. "Doch sie haben uns verfolgt und dann verprügelt." Die Sicherheitskräfte hätten außerdem die Kameras mehrerer Journalisten beschlagnahmt.

Innenministeriumssprecher Schota Utjaschwili bestätigte Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, sprach jedoch von einem "kleinen Streit", weil die Demonstranten den Eingang versperrt hätten. Verletzte habe es keine gegeben, rund 20 Demonstranten seien festgenommen worden. Die Demonstranten hatten sich vor einer Haftanstalt versammelt, vor der es bereits im vergangenen Monat Zusammenstöße zwischen Regierungsgegnern und der Polizei gegeben hatte. Die Gegner von Präsident Michail Saakaschwili demonstrieren seit Anfang April für den Rücktritt des einstigen Anführers der friedlichen Rosenrevolution von 2003. Sie werfen dem Staatschef Versagen im Kaukasus-Konflikt mit Russland vor.

Quelle: n-tv.de