Politik

Nach Selbstverbrennung in Algerien Demonstranten randalieren

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Behördenmitarbeiter protestieren in Algier gegen die Regierung.

(Foto: REUTERS)

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Am Wochenende waren die Menschen gegen das Regime auf die Straße gegangen.

(Foto: dpa)

Noch immer gärt es in Algerien. Nach einer Selbstverbrennung schießen Randalierer mehrere Projektile auf den Sitz der Präfektur Jijel. Außerdem setzen sie das Büro eines Reiseveranstalters in Brand und verwüsten Autos. In Algier gehen Dutzende Behördenmitarbeiter auf die Straße.

Eine versuchte Selbstverbrennung hat in Algerien Krawalle ausgelöst. Eine Gruppe junger Leute randalierte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur APS auf den Straßen der 360 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier gelegenen Stadt Jijel, nachdem ein Verkäufer dort versucht hatte, sich selbst zu verbrennen. Der Mann hatte sich aus Protest gegen den Abriss seines improvisierten Ladens mit Benzin übergossen und angezündet. Er wurde in ein Krankenhaus in Jijel gebracht und dann in eine Spezialklinik in der Stadt Constantine verlegt.

Die wütenden Randalierer schossen mehrere Projektile auf den Sitz der Präfektur und zündeten das regionale Hauptquartier der Regierungspartei Nationale Befreiungsfront (FLN), wo zahlreiche Polizisten im Einsatz waren. Die Jugendlichen plünderten das Büro eines Reiseveranstalters und setzten es in Brand. Außerdem verwüsteten sie parkende Autos. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Randalierern.

In der Hauptstadt Algier gingen am Sonntag rund 200 junge Behördenmitarbeiter auf die Straße, um gegen befristete Arbeitsverträge zu protestieren. Sie drohten, die Parlamentswahl am 10. Mai zu boykottieren, wenn sie keine unbefristeten Arbeitsverträge erhielten. Die Demonstranten gaben an, für insgesamt 600.000 junge Leute zu sprechen, die landesweit auf der Basis von Kurzzeitverträgen für den Staat arbeiten. Sie warfen der Regierung vor, auf diese Weise die Arbeitslosenzahlen zu manipulieren.

Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in Algerien laut dem jüngsten Länderbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei 21 Prozent. Sie betrifft einen Großteil der Bevölkerung: Etwa zwei Drittel der Einwohner des nordafrikanischen Landes sind jünger als 35 Jahre.

Seit Januar 2011 hatte es in Algerien mehrere Fälle von Selbstanzündungen gegeben. Eine hatte im Nachbarland Tunesien die Revolte ausgelöst, die am 14. Januar 2011 zum Sturz der Regierung führte.

Quelle: n-tv.de, AFP

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