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Designerdrogen hier, Alkohol da Deutsche greifen zu oft zur Flasche

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Mit 9,6 Litern pro Kopf ist konsumieren die Deutschen im internationalen Vergleich besonders viel Alkohol.

(Foto: picture alliance / dpa)

Extreme Summer, Fly Cherry oder Manga XXL - bunte Tütchen mit Designerdrogen sind bei jungen Männern beliebt. Das zeigt der neue Drogenbericht. Viel mehr Männer und Frauen gefährden ihre Gesundheit aber mit Alkohol. Der Konsum ist häufig riskant.

Alkohol zählt weiter zu den gefährlichsten Gesundheitsrisiken in Deutschland. So trinken 44,6 Prozent der 18- bis 29-jährigen Männer riskant viel Alkohol. Das zeigt der neue Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung, der in Berlin veröffentlicht wurde.

Insgesamt trinken Frauen und Männer nach den in dem Bericht aufgeführten Kriterien zu 27,2 Prozent riskant viel. Mit 9,6 Litern pro Kopf sei der Alkoholkonsum in Deutschland im internationalen Vergleich besonders hoch. Nach wie vor führen legale Suchtmittel bei mehr Menschen zu Gesundheitsrisiken als die illegalen Suchtmittel.

Allerdings finden Alkohol, Tabak und auch Cannabis unter Jugendlichen weniger Anklang als früher. Bei jungen Leuten sind eher Designerdrogen gefragt. Als Reaktion darauf hat das Bundeskabinett kürzlich das Verbot von 26 Substanzen auf den Weg gebracht. Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, hatte bereits vergangenen Monat gesagt: "Bei sogenannten Designerdrogen gibt es steigende Umsatzzahlen."

Mehr Frauen an Drogen gestorben

Die Zahl der Drogentoten ist gesunken. Im vergangenen Jahr starben 944 Menschen an übermäßigem Rauschgiftkonsum - so wenige wie seit 25 Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Jahr zuvor war dies ein Minus von vier Prozent. Niedriger als 2012 lag die Zahl der Drogentoten zuletzt mit 670 im Jahr 1988.

Auch wenn Männer mit 81 Prozent immer noch den größten Anteil an den rauschgiftbedingten Todesfällen haben, nahm die Zahl der Frauen im Jahresvergleich erstmals zu: um 33 auf 177.

Der Polizei fielen 2012 exakt 19.559 Konsumenten harter Drogen erstmals auf. Dies entsprach im Vergleich zu 2011 einem Rückgang um acht Prozent.

Quelle: n-tv.de, dpa

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