Politik

AfD wäre jetzt drin, FDP noch weiter unten Deutsche rechnen mit Großer Koalition

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Kanzlerin Merkel genießt breites Vertrauen: Knapp die Hälfte aller Deutschen trauen ihrer Partei zu, mit den Problemen des Landes fertig zu werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschlands Zukunft ist schwarz-rot - das glaubt einer Umfrage zufolge die Mehrheit der Deutschen. Aus der Forsa-Befragung geht auch hervor, ob Hannelore Kraft gegen Merkel nicht doch besser abgeschnitten hätte als Steinbrück.

Mit Spannung richten sich derzeit alle Augen auf das politische Berlin: Die Frage nach der nächsten Bundesregierung bleibt interessant. Geht es um die Zeitspanne der Regierungsbildung, gibt es viele Pessimisten unter den Bundesbürgern, wie die aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und "Stern" zeigt. 33 Prozent glauben, dass Deutschland in diesem Jahr keine neue Bundesregierung mehr bekommen wird. Rund zwei Drittel sind jedoch überzeugt, dass noch in diesem Jahr eine neue Regierung gebildet wird.

Noch klarer sind die Meinungen über mögliche Koalitionen. Mit rund 68 Prozent gehen die allermeisten Deutschen davon aus, dass sich am Ende eine Große Koalition zusammenfinden wird. Eine Kanzlerin Merkel ganz ohne Koalitionspartner können sich die Deutschen sogar eher vorstellen als eine Koalition mit den Grünen: 12 Prozent glauben an eine Minderheitsregierung der Union, nur 10 Prozent an ein schwarz-grünes Bündnis.

Mit dem Wahlergebnis im Hinterkopf könnte man fragen: War Steinbrück der falsche Mann für die SPD? Vielfach wurde gemutmaßt, man hätte gegen Merkel eine Frau ins Rennen schicken müssen - Hannelore Kraft. Die Umfrage zeigt auch: Kraft als Spitzenkandidatin der SPD hätte ihrer Partei ebenfalls kein besseres Ergebnis verschafft. Nur 25 Prozent der Deutschen würden sich gegen die Kanzlerin und für die SPD-Frau entscheiden, würden sie erneut vor die Wahl gestellt. Das sind exakt so viele, wie sich auch für Steinbrück entscheiden würden. Bei beiden Alternativen, Kraft und Steinbrück, käme Merkel auf 57 Prozent der Wählerstimmen. Schlechter als Kraft und Steinbrück hätte wahrscheinlich ein Kanzlerkandidat Gabriel abgeschnitten. Den Vorsitzenden der SPD wünschen sich nur 18 Prozent als Kanzler.

Union legt zu, SPD verliert weiter

Dieses Ergebnis spiegelt auch das Vertrauen in die politische Kompetenz der Parteien wider. Nur rund jeder Zehnte traut der SPD zu, mit den Problemen in Deutschland fertig zu werden. Der Union trauen dies viermal mehr Menschen zu, nämlich 44 Prozent. Mit 39 Prozent trauen viele überhaupt keiner Partei politische Kompetenz zu.

Entsprechend fiele auch das Ergebnis aus, würde zwei Wochen nach der Wahl erneut gewählt. Die Union könnte mit einem weiteren Stimmenzuwachs rechnen und käme auf 45 Prozent der Wählerstimmen, die SPD müsste mit Stimmeneinbußen rechnen und könnte nur noch 24 Prozent aller Stimmen verbuchen. Die AfD käme mit 6 Prozent sicher in den Bundestag, während die FDP mit 3 Prozent noch schlechter abschneiden würde als bei der Wahl. Linke und Grüne könnten jeweils 8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Die Union läge damit 5 Prozentpunkte vor dem gesamten linken Wählerlager aus SPD, Grüne und Linkspartei, das zusammen auf 40 Prozent käme.

In der Frage nach der Erhöhung des Spitzensteuersatzes haben SPD, Grüne und Linke jedoch die Mehrheit der Wähler hinter sich. Wie das Meinungsforschungsinstitut herausfand, befürworten 63 Prozent der Bundesbürger eine Erhöhung, nur 31 Prozent lehnen diese ab. Als Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz nennen die meisten der Befürworter, nämlich 36 Prozent, 100.000 Euro. 20 Prozent wünschen sich einen Spitzensteuersatz schon ab Einkommen von 80.000 Euro im Jahr.

Quelle: ntv.de, fma

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