Politik

Liveticker zur Gaza-Offensive +++ Die Ereignisse vom 18. Juli +++

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+++ 22:00 n-tv.de beendet den Liveticker +++
Mit Panzern und Bodentruppen geht Israel gegen die Hamas vor. Die Kämpfe im dicht besiedelten Mittelmeerstreifen werden wohl noch Tage andauern. Mit n-tv.de bleiben Sie auf dem Laufenden. Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Liveticker, der zum Nachlesen online bleibt.

+++ 21:50 Bislang sterben 47 Menschen bei Bodenoffensive +++
Seit Beginn der Bodenoffensive am Donnerstagabend wurden 47 Menschen im Gazastreifen getötet. 46 von den Opfern sind Palästinenser. Zuletzt wurden am Abend fünf Mitglieder einer Familie getötet, darunter ein Kind. Zuvor meldete ein Sprecher der palästinensischen Rettungskräfte, dass bei mehreren Angriffen von Panzern im Osten des Gazastreifens vier Kinder ums Leben gekommen seien. Der bisher einzige israelischer Soldat, bei der Bodenoffensive im Gazastreifen getötet wurde, kam laut dem israelischen Fernsehen durch den Querschläger eines Kameraden ums Leben.

+++ 21:02 Israelische Armee zerstört 13 Hamas- Tunnel +++
Seit Beginn ihrer Bodenoffensive zerstörte die israelische Armee nach eigenen Angaben mindestens 13 Tunnel, die die militant-islamische Hamas angelegt hatte. Die Tunnel sollten in erster Linie dazu dienen, Israel anzugreifen oder Waffen zu schmuggeln. Im Laufe des Tages kam es im Land zu lang anhaltenden Stromausfällen. Auch die Wasserversorgung ist stark beeinträchtigt. Weil Bauern ihre Waren aus dem Umland nicht zu den Märkten bringen können, werden die Lebensmittelpreise wohl drastisch steigen.

+++ 19:00 Obama stellt sich hinter Israel +++
US-Präsident Barack Obama hat sich nach Beginn der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen demonstrativ hinter die Regierung in Jerusalem gestellt. Keine Nation müsse es hinnehmen, dass sie mit Raketen beschossen werde und Terroristen unter ihrem Territorium Tunnel bauten, sagte er im Weißen Haus.

+++ 18:39 Obama fürchtet mögliche Eskalation in Nahost +++
US-Präsident Barack Obama hat sich besorgt über die Zuspitzung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern geäußert. Die USA und ihre Verbündeten seien beunruhigt, weil die Lage im Gaza-Konflikt eskalieren könnte, sagte Obama. Er hoffe, dass Israel weiter so vorgehe, dass die Zahl ziviler Opfer minimiert werde. Er habe mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu gesprochen und dabei auch bekräftigt, dass die USA das Recht Israels auf Selbstverteidigung unterstützten. Zudem wies Obama nach eigenen Worten Netanjahu darauf hin, dass US-Außenminister John Kerry zu einer Reise in die Region bereit sei.

+++ 18:03 Zahl der Flüchtlinge verdoppelt sich binnen 24 Stunden +++

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Die Bevölkerung steht der Boden-Offensive machtlos gegenüber.

(Foto: dpa)


Im Zuge der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen hat sich die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge binnen 24 Stunden fast verdoppelt. Die Zahl der Flüchtlingen in den Schutzräumen des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge sei von 22.000 auf 40.000 angestiegen, sagte der Sprecher Chris Gunness. Sie seien in 34 Schutzorten untergebracht. Zur Finanzierung ihrer Versorgung im kommenden Monat und andere Notmaßnahmen bis Ende des Jahres würden die Vereinten Nationen um 44 Millionen Euro bitten.

+++ 17:41 Abbas dankt Türkei für Vermittlung +++
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat die Vermittlungsbemühungen der türkischen Regierung im Nahost-Konflikt begrüßt. Abbas äußerte seinen Dank in Istanbul nach einem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu teilte mit, die Regierung in Ankara habe weiter Kontakt zu den Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah und zur Regierung Katars. Er verurteilte die israelische Bodenoffensive in Gaza aufs Schärfste und forderte ein Ende der Operationen.

+++ 17:03 Putin und Ruhani fordern "sofortige Beendigung" des Gaza-Konflikts +++
Angesichts der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen haben der russische Präsident Wladimir Putin und sein iranischer Kollege Hassan Ruhani bei einem Telefongespräch ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen gefordert. "Die beiden Seiten haben die Notwendigkeit einer sofortigen Beendigung des bewaffneten Konflikts und die Wiederaufnahme des israelisch-palästinensischen Dialogs gefordert", erklärte der Kreml.

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Ein palästinensischer Demonstrant tritt einen brennenden Reifen während der israelischen Offensive.

(Foto: Reuters)

+++ 15:53 Netanjahu droht mit Ausweitung der Offensive +++
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat damit gedroht, die am Vorabend gestartete Bodenoffensive im Gazastreifen bei Bedarf "erheblich auszuweiten". Der Einmarsch zielte zunächst vor allem auf die Zerstörung von Raketenwerfern und Tunnelanlagen radikaler Palästinensergruppen in dem Küstengebiet. International wird die "weitere Eskalation" mit Sorge gesehen. UNO und USA mahnen zur Schonung der Zivilbevölkerung.

Netanjahu begründete den Invasionsbefehl damit, dass die Tunnel der islamistischen Hamas nicht allein durch Bombardierungen zerstört werden könnten. "Gemeinsam mit dem Verteidigungsminister habe ich das Militär angewiesen, sich auch auf eine mögliche deutliche Ausweitung der Operationen am Boden einzustellen", sagte der Ministerpräsident bei einer Sondersitzung des Kabinetts im Verteidigungsministerium in Tel Aviv.

+++ 12:44 Israel zieht Diplomaten aus Türkei ab +++
Israel zieht wegen Ausschreitungen vor seinen diplomatischen Vertretungen in der Türkei Botschaftspersonal ab. Die Vertretungen würden nur noch mit dem absolut notwendigen Personal besetzt, erklärte das israelische Außenministerium am Freitag. Die türkische Polizeihabe die Botschaft in Ankara und das Konsulat in Istanbul nichtausreichend geschützt. Dies sei ein eklatanter Bruchdiplomatischer Vereinbarungen. Demonstranten hatten gegen die israelische Bodenoffensive im Gazastreifen protestiert und das Konsulat in Istanbul und die Botschaft in Ankara mit Steinen angegriffen. Die Streitkräfte des jüdischen Staates gehen seit Donnerstagabend mit Bodentruppen gegen die radikalislamische Hamas im Gazastreifen vor.

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In Istanbul fanden sich hunderte Protestanten vor dem israelischen Konsulat ein.

(Foto: REUTERS)

+++ 12:26 Türkei fordert UN-Sondersitzung +++
Wegen der israelischen Offensive in Gaza fordert die Türkei eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu teilt im Kurzmitteilungsdienst Twitter mit, er habe dazu mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gesprochen. In einem weiteren Telefonat mit US-Außenminister John Kerry habe er die türkische Forderung nach einem "sofortigen Ende der israelischen Angriffe" bekräftigt. Die Türkei beantrage außerdem Dringlichkeitstreffen des UN-Menschenrechtsrats und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), teilt Davutoglu weiter mit. "Wir verurteilen die von Israel nach den inhumanen Morden durch Luftangriffe begonnene Bodenoperation in Gaza auf das schärfste." Am Nachmittag wird Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Istanbul erwartet. Dort kam es wegen der Gaza-Offensive zu teils heftigen Protesten und Ausschreitungen. Er will dort mit Staatspräsident Abdullah Gül und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zusammenkommen.

+++ 12:15 Iran: Offensive grenzt an Kriegsverbrechen +++
Der Iran verurteilt die israelische Bodenoffensive im Gazastreifen scharf: "Das ist ein neues Kapitel der unmenschlichen Verbrechen des zionistischen Regimes (Israel)", sagt Außenamtssprecherin Marsieh Afcham. Die Bodenoffensive grenze an ein Kriegsverbrechen, so die Sprecherin nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA. Sie reflektiere weiterhin Israels Verzweiflung im Kampf gegen den Widerstand in "Palästina".

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Auch in Indonesien gibt es heftigen Protest gegen die israelische Offensive auf Gaza.

(Foto: REUTERS)

+++ 12:06 Israel beschießt palästinensische Mediengebäude +++
Die israelische Armee beschießt bei ihrer Bodenoffensive im Gazastreifen einem Bericht zufolge auch Hochhäuser, in denen palästinensische Medienbüros untergebracht sind. Kampfhubschrauber hätten am frühen Freitagmorgen den Al-Dschauhara-Turm in der Stadt Gaza unter Feuer genommen, berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur Maan. Der Foto-Reporter Mohammed Schabab sei dabei verletzt worden. Ein weiterer Angriff galt dem Bericht zufolge dem Daud-Hochhaus im Stadtteil Rimal. Mehrere Mitarbeiter eines von dort sendenden lokalen Radios wurden demnach verletzt. Der Sendebetrieb ist unterbrochen. Eine israelische Militärsprecherin will zu dem Bericht zunächst nicht Stellung nehmen, da die darin beschriebenen Vorfälle Teil einer noch andauernden Militäroperation seien.

+++ 11:49 Merkel bekräftigt Israels Selbstverteidigungsrecht +++ Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigt kurz nach dem Beginn der Bodenoffensive im Gazastreifen Israels Recht zur Selbstverteidigung: "Es gibt eine völlig neue Qualität der Bewaffnung der Hamas", sagt in Berlin. Die Großstädte Jerusalem und Tel Aviv seien für die radikale Palästinenserorganisation mit Raketen erreichbar. "Jedes Land muss sich natürlich, wenn es so angegriffen wird, wehren." Zugleich strebe Deutschland eine diplomatische Lösung an.

+++ 11:34 "Hamas zieht Israel in Bodeninvasion" +++
"Die Hamas zieht Israel in eine Bodeninvasion", sagt Ghassan Khatib, ein früherer Minister der palästinensischen Autonomiebehörde und politischer Analyst an der Birzeit Universität nahe Ramallah. "Wenn die Hamas weiterhin zwar Schläge einsteckt aber nicht kollabiert, dann könnte sich Israel in einem sehr schwierigen Bodenkrieg wiederfinden." Die israelische Armee geht derzeit davon aus, etwa die Hälfte des Raketenarsenals der Hamas von der Luft aus zerstört zu haben. Militärplaner sagen jedoch, dass Israel nur mit Bodentruppen in der Lage sei, die entscheidende Infrastruktur der Hamas zu zerstören, einschließlich der Tunnel, Raketenabschussgeräte und Kommandozentralen.

+++ 10:54 Israel will Bodenoffensive ausweiten +++
Israel ist nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereit, die Bodenoffensive im Gazastreifen erheblich auszuweiten. Das sagt der Regierungschef vor Beratungen mit Regierungsmitgliedern, die über den Einsatz entscheiden. "Wir setzen auf sehr viel Feuerkraft und Artillerie", ergänzt ein Armeesprecher. Die Streitkräfte setzen bei ihrer Anfang vergangener Woche begonnenen Offensive in dem Küstenstreifen Panzer, Artillerieund Infanterie-Soldaten ein.

+++ 10:17 Rund 260 Tote seit Beginn von Offensive +++
Die Zahl der seit dem Beginn der israelischen Offensive vor elf Tagen getöteten Palästinenser ist auf mittlerweile 260 gestiegen, nachdem in der Nacht rund 20 Menschen getötet wurden, darunter auch ein Baby. Beim letzten Einmarsch Israels in den Gazastreifen 2009 wurden im Rahmen der nachträglich als Misserfolg gewerteten Operation "Gegossenes Blei" über 1400 Palästinenser getötet.

+++ 9:47 Israelischer Soldat womöglich durch Eigenverschulden getötet +++
Der getötete israelische Soldat im Gazastreifen kam möglicherweise durch Beschuss befreundeter Einheiten ums Leben. Die "Times of Israel" zitiert "unbestätigte Berichte", nach denen der Soldat womöglich durch einen Unfall getötet wurde. Allerdings seien "die Umstände seines Todes bislang noch nicht klar". Bei dem tödlichen Treffer durch einen Raketenwerfer seien zudem vier israelische Soldaten verletzt worden. Die Kämpfe in Gaza finden derzeit offenbar hauptsächlich in der Gegend um Bayt Hanun und Bayt Lahiya statt, rund einen Kilometer nördlich von der Grenz zu Israel. Die israelischen Streitkräfte (IDF) veröffentlichten derweil ein Video, dass die Truppen beim betreten des Gazastreifens zeigt.

+++ 9:13 Anti-Israelische Ausschreitungen in der Türkei +++
Aus Protest über die israelische Bodenoffensive im Gazastreifen haben Demonstranten in der Türkei diplomatische Vertretungen Israels angegriffen. In Istanbul schwenkten Demonstranten am Freitag türkische undpalästinensische Fahnen, riefen Sprechchöre und warfen Fensterscheiben mit Steinen und Stöcken ein. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Ausschreitungen gab es auch in der Hauptstadt Ankara, wo Demonstranten nach Medienberichten Scheiben der israelischen Botschaft einwarfen. Dort griff die Polizei nicht ein. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Israel in dieser Woche vorgeworfen, die Region zu terrorisieren, und eine ultrarechte Parlamentsabgeordnete in der Knesset mit Adolf Hitler verglichen. Die Türkei war früher ein Verbündeter Israels. In den vergangenen Jahren wurde die Kritik Erdogans aber immer schärfer. Sie kommt vor allem bei muslimisch-konservativen Türken an, die die Kernwählerschaft von Erdogans AK-Partei bilden.

+++ 8:29 Israel mobilisiert 18.000 weitere Reservisten +++
Die israelische Regierung gab außerdem grünes Licht für die Mobilisierung von weiteren 18.000 Reservisten. Damit können nun insgesamt rund 65.000 Reservisten eingezogen werden.

+++ 7:05 Erster israelischer Soldat in Gaza getötet +++
Während der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen ist offenbar der erste israelische Soldat seit Beginn der Offensive vor elf Tagen getötet worden. Die Armee teilte am Freitag mit, der Soldat sei bei Kämpfen im nördlichen Teil des Palästinensergebiets am Mittelmeer ums Leben gekommen. "In der Nacht ist viel passiert", sagte der Chefsprecher des Militärs, General Moti Almos, im Armeeradio. "Wir untersuchen noch die Umstände des Vorfalls, bei dem ein Soldat getötet wurde, und werden die Ergebnisse dann bekanntgeben."

+++ 6:54 Israel zielt auf "Infrastruktur" der Hamas +++
Der israelische Armeesprecher Arje Schalikar sagte, Israels Soldaten seien im Norden, Süden und Osten des Gazastreifens mit dem Ziel im Einsatz, die "Infrastruktur" der Hamas zu zertören. Dabei gehe es unter anderem um die Tunnel, die die Hamas als Waffenlager und für Anschläge in Israel nutzt.

+++ 6:34 Bodenoffensive kostet 20 Palästinenser das Leben +++
Nach palästinensischen Angaben hat die Bodenoffensive Israels im Gazastreifen bislang etwa 20 Palästinenser das Leben gekostet. Damit sei die Zahl der insgesamt seit Beginn der Offensive vor elf Tagen getöteten Palästinenser auf 258 gestiegen, wie die Rettungsbehörden mitteilten. Auch seien infolge der israelischen Bombardements 1980 Menschen verletzt worden. Nach Angaben des israelischen Rundfunks wurden zwei Soldaten bei Kämpfen im Gazastreifen verletzt.

+++ 05:05 Abbas fordert Stopp der Bodenoffensive +++
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte Israel dazu auf, die Bodenoffensive zu stoppen. Der Einsatz werde nur zu noch "mehr Blutvergießen" führen und die Bemühungen um ein Ende der Gewalt "verkomplizieren", sagte er laut der äyptischen Nachrichtenagentur Mena.

+++ 04:45 Kerry: Offensive muss zielgerichtet sein +++
US-Außenminister John Kerry hat Israel zum Schutz der Zivilisten im Gazastreifen aufgerufen. Die Bodenoffensive der israelischen Armee müsse sich "zielgerichtet" gegen Tunnel richten, sagte Kerry laut einer Erklärung des Außenministeriums in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Kerry habe in dem Gespräch betont, dass eine "weitere Eskalation" der Lage vermieden und der Waffenstillstand von 2012 "so schnell wie möglich" wieder hergestellt werden müsse. Netanjahu sagte in dem Telefongespräch nach US-Angaben, dass die Tunnel für israelische Zivilisten eine "unmittelbare Gefahr" darstellten. Kerry unterstrich erneut, dass Israel das Recht zur Selbstverteidigung habe. Von den Tunneln gehe eine "terroristische Bedrohung" aus. Gleichzeitig seien die USA aber besorgt über die Sicherheit von Zivilisten auf beiden Seiten. Es müsse alles dafür getan werde, zivile Opfer zu vermeiden.

+++ 03:45 Hamas "zur Konfrontation bereit" +++
Die israelische Bodenoffensive im Gazastreifen ist nach Einschätzung von Hamas-Chef Chaled Maschaal "zum Scheitern verurteilt". Was der "israelische Besatzer" nicht durch seine Angriffe aus der Luft und von See aus erreicht habe, werde er auch nicht durch Bodentruppen erreichen, sagte Maschaal. Die Hamas habe "klare Forderungen". Israel müsse seine "Aggression" und die "kollektive Bestrafung" der Menschen im Gazastreifen und im Westjordanland beenden. Auch die "Belagerung" des Gazastreifens müsse beendet werden. Die eigentliche "Ursache des Problems" seien "die israelische Besatzung" und der Bau von Siedlungen, sagte Maschaal. Das palästinensische Volk sei "entschlossen, sich früher oder später davon zu befreien". Der Sprecher der Hamas im Gazastreifen, Fausi Barhum, hatte zuvor zu der Bodenoffensive erklärt, Israel werde "einen hohen Preis" für seine Angriffe zahlen. Der Beginn der Bodenoffensive sei eine "gefährliche Etappe" in dem Konflikt und habe "unberechenbaren" Folgen. Die Hamas sei "zur Konfrontation bereit".

+++ 03:35 Ban fordert Schutz von Zivilisten +++
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat nach dem Beginn der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen von beiden Seiten den Schutz von Zivilisten gefordert. Die radikalislamische Hamas müsse sofort den Beschuss Israels mit Raketen stoppen. Israel wiederum habe dafür zu sorgen, dass bei der Offensive keine Zivilisten zu Schaden kommen. "Die Verschärfung der Krise wird die Lasten für die ohnehin schon leidenden Zivilisten auf beiden Seiten noch erhöhen." Die internationalen Helfer müssten weiter Zugang haben. "Alle Seiten müssen das humanitäre und das Völkerrecht respektieren. Wer diese Verpflichtung verletzt, muss zur Verantwortung gezogen werden."

+++ 02:50 Raketenbeschuss Israels geht weiter +++
Auch nach Beginn der israelischen Bodenoffensive gegen Ziele im Gazastreifen ist der Beschuss Israels mit palästinensischen Raketen weitergegangen. Nach israelischen Medienangaben stoppten nach dem Eindringen israelischer Truppen die Raketenangriffe zunächst für drei Stunden. Danach wurden wieder Geschosse abgefeuert. Ziel des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahus sei keinesfalls die Eroberung des Gazastreifens und die Vertreibung der Hamas sondern ein Ende des Raketenbeschusses, hieß es. Israelische Soldaten zerstörten das Haus des Islamischen-Dschihad-Führers Abdullah al-Schami in Gaza-Stadt, berichteten israelische Medien.

+++ 00:40 Panzer erschießen Baby nahe Rafah +++
Nach dem Start der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen sind in der Nacht zum Freitag mindestens zwei Palästinenser durch Schüsse von Panzern getötet worden. Wie palästinensische Rettungskräfte mitteilten, war unter den beiden Toten auch ein fünf Monate altes Baby. Die Panzer griffen demnach die Stadt Rafah im Süden des Palästinensergebiets an.

+++ 00:20 Ban will "deutlich mehr" Schutz von Zivilisten +++
Nach Beginn der Bodenoffensive im Gazastreifen hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Israel zu größtmöglicher Zurückhaltung und den Schutz von Zivilisten aufgefordert. "In den vergangenen 24 Stunden hat es eine Reihe von Vorfällen gegeben, bei denen Zivilisten getötet wurden, etwa vier Jungs an einem Strand in Gaza. Ich fordere Israel auf, deutlich mehr zum Schutz von Zivilisten zu tun", sagte Ban. "Ich bedaure, dass trotz meines wiederholten Drängens ein schon gefährlicher Konflikt weiter eskaliert ist. Es kann aber keine militärische Lösung dieses Konfliktes geben".

+++ 23:53 Israel mobilisiert 18.000 Reservisten +++
Die israelische Regierung hat einen Antrag der israelischen Streitkräfte zur Mobilisierung weiterer Reservisten gebilligt. Den Angaben zufolge sollen weitere 18.000 militärisch ausgebildete Israelis den Einsatz der Armee gegen militante Palästinenser unterstützen. Insgesamt könnten damit nun etwa 60.000 Reservisten eingezogen werden, teilte die Armee in der Nacht mit. Wie viele Reservisten im Zuge der seit dem 8. Juli andauernden Gewalteskalation mit der radikalen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen tatsächlich bereits eingezogen wurden, ließ das Militär offen.

+++ 23:25 IDF: Nur begrenzter Bodeneinsatz +++
Die Bodenoffensive im Gazastreifen soll nach Angaben der israelischen Armee (Israel Defense Force, IDF) ein begrenzter Einsatz sein. "Es werden bestimmte Orte im Gazastreifen angegriffen", sagte Militärsprecher Arye Shalicar in der Nacht zum Freitag. Es werde im Norden, Süden und Osten des Küstenstreifens operiert. Ziel der Offensive sei die Infrastruktur der radikal-islamischen Hamas. In den vergangenen zehn Tagen habe die Hamas jedes Mal, wenn Israel deeskalieren wollte, diese Zeit genutzt, um Raketen zu abschießen, sagte der Sprecher. "Wir wollen so schnell wie möglich Sicherheit und Stabilität für die Bürger Israels wiederherstellen."

+++ 22:42 Massive Angriffe im Norden +++
Nach einer humanitären Feuerpause hat Israel eine Bodenoffensive gegen den Gazastreifen eingeleitet. Das teilte das Militär am Abend mit. Damit habe eine "neue Phase" in der vor zehn Tagen gestarteten Operationen gegen militante Palästinenser in der Mittelmeerenklave begonnen. "Das Ziel ist die Wiederherstellung von Sicherheit und Ruhe im Staat Israel", erklärte Armeesprecher Peter Lerner.

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Ein schmaler Streifen Land: Der Gazastreifen liegt zwischen Israel und dem Mittelmeer.

+++ 21:47 Israelische Armee startet Bodenoffensive in Gaza +++
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am Donnerstagabend eine Bodenoffensive gegen den Gazastreifen gestartet.

+++ 16:55 Raketen in UN-Flüchtlingsschule in Gaza gefunden +++
In einer UN-Schule für palästinensische Flüchtlinge im Gazastreifen ist ein Raketenlager entdeckt worden. Es handle sich um etwa 20 Geschosse, teilte das Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) mit. Das Gebäude stehe leer, dennoch verurteile man die Militanten aufs Schärfste, die die Waffen dort deponiert haben. "Dies stellt einen schweren Verstoß gegen die Unverletzlichkeit unserer Einrichtungen unter dem Völkerrecht dar", hieß es in der UNRWA-Mitteilung. Die israelische Armee beschießt immer wieder zivile Gebäude, von denen sie behauptet, dass militante Palästinenser dort Waffen und Munition lagerten oder Raketenstellungen betrieben. UNRWA unterhält nach eigenen Angaben 245 Schulen in Gaza, in denen 225 000 palästinensischer Kinder unterrichtet werden.

+++ 14:57 Ban: Feuerpause in Gaza beweist Möglichkeit der Einigung +++
Die Feuerpause im Gazastreifen beweist nach Ansicht von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass Kompromisse im festgefahrenen Nahostkonflikt möglich sind. "Die Waffenruhe zeigt, dass ein Ende der Feindseligkeiten erreicht werden kann, wenn alle Seiten den nötigen Willen zeigen und den Anliegen der Zivilisten, die die Hauptlast des Konflikts tragen, Priorität geben", erklärte Ban in New York. Er unterstütze die ägyptischen Friedensbemühungen und hoffe nun auf eine länger anhaltende Ruhe. Ban sagte, er begrüße die fünfstündige Feuerpause am Donnerstag. "Sie gibt den Menschen in Gaza die Möglichkeit, das alltägliche Leben für eine Weile zurückkehren zu lassen und Reparaturen vorzunehmen. In Israel haben die Menschen eine Atempause von den Raketenangriffen." Humanitäre Helfer der Vereinten Nationen seien unterwegs. Für Freitag 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 Uhr MESZ) hatten Israel und Hamas kurz zuvor einen Waffenstillstand vereinbart.

+++ 14:00 Humanitäre Feuerpause endet +++
Nach dem Ende der Feuerpause im Gazastreifen hat Israel am Nachmittag wieder Luftangriffe auf den Norden des Palästinensergebiets geflogen. Der Angriff mit Kampfflugzeugen habe eine offene Fläche in der Stadt Beit Lahija getroffen, berichteten Augenzeugen. Verletzte habe es nicht gegeben. Auch die Palästinenser feuerten wieder auf Israel: Eine Rakete schlug in einem unbebauten Gebiet bei Aschkelon im Süden des Landes ein. Beide Seiten hatten sich schon während der Feuerpause vorgeworfen, diese verletzt zu haben.

Auf Bitten der Vereinten Nationen hatten Israel und die radikalislamische Hamas am Donnerstag eine fünfstündige Feuerpause vereinbart, die am Nachmittag (15.00 Uhr Ortszeit, 14.00 Uhr MESZ) endete. Diese sollte es den Menschen im Gazastreifen ermöglichen, sich mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen und Verletzte in Krankenhäuser zu bringen. Hoffnungen auf eine umfassendere Waffenruhe zerschlugen sich zunächst wieder.

Quelle: ntv.de, dpa/rts/AFP