Politik

Gestrandete Palästinenser Die Heimreise beginnt

Eine erste Gruppe der 6000 Palästinenser, die seit mehr als sechs Wochen an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen festsitzen, hat die Heimreise über Israel angetreten. 98 Palästinenser, die dafür die israelische Bewilligung erhalten hatten, stiegen in Busse, die sie über israelisches Staatsgebiet zum Grenzübergang Erez am nördlichen Gazastreifen brachten. Insgesamt sollen in den kommenden Tagen etwas mehr als 6000 Gaza-Bewohner auf diese Weise heimkehren können, verlautete aus palästinensischen Kreisen.

Zuvor hatten militante Palästinenser des islamischen Dschihad erneut grenznahe israelische Städte mit Raketen beschossen. Nach Angaben von Beobachtern wollten sie damit möglicherweise die sich abzeichnende Lösung für die gestrandeten palästinensischen Reisenden sabotieren.

Die Palästinenser sitzen im ägyptischen Grenzgebiet auf dem Sinai fest, weil die ägyptischen Behörden nach der Machtübernahme durch die radikal-islamische Hamas im Gazastreifen am 14. Juni den Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Mittelmeer-Küstenstreifen geschlossen hatten. Die Hamas lehnte die Rückführung der Gestrandeten über israelisches Gebiet ab. "Unsere Leute werden dadurch der israelischen Gefahr ausgesetzt", erklärte ihr Sprecher Sami Abu Suhri in Gaza.

Tatsächlich steht der Transit über israelisches Staatsgebiet einer großen Zahl von Gaza-Palästinensern nicht offen. Zum einen bestimmen die israelischen Sicherheitsorgane nach ihren eigenen Kriterien, wer überhaupt daran teilnehmen darf. Zum anderen würden mehr oder weniger erklärte Hamas-Anhänger allein schon wegen des Risikos, von Israel festgenommen und ins Gefängnis geworfen zu werden, nicht auf eine derartige Reisemöglichkeit eingehen, hieß es in Gaza.

Quelle: ntv.de