Politik

Koalitionsverhandlungen stocken Die große Runde guckt Fußball und plaudert

Eigentlich sollte am Abend die 77-köpfige große Runde über den Koalitionsvertrag von Union und SPD beraten. Doch weil die Verhandlungen stocken, wird zunächst in der kleinen Runde von 15 Spitzenpolitikern verhandelt. Die wartenden Politiker haben Zeit für Gespräche und Fußball.

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Auch ein Zeitvertreib: Aschenbecher vor dem Willy-Brandt-Haus.

(Foto: dpa)

Während die kleine Runde der wichtigsten Unterhändler von Union und SPD über strittige Fragen des Koalitionsvertrages brütet, kommen sich die Wartenden, die nur der großen Runde angehören, persönlich näher.

"Für den menschlichen Zusammenhalt in einer Großen Koalition ist das heute vielleicht der bedeutsamste Abend", sagte der CDU-Politiker Peter Hintze. "Weil die Zahl der Nichtbeteiligten die der Direktbeteiligten übertrifft. Zum Beispiel habe ich mich nett mit Herrn Stegner unterhalten, da hätte er im Leben nicht mit gerechnet - ich übrigens auch nicht", berichtete Bundestagsvizepräsident Hintze über einen Plausch mit dem Sprecher der SPD-Linken Ralf Stegner.

Entgegen den ersten Planungen tagte am Abend zunächst nicht die große Runde. Wann diese wieder ins Willy-Brandt-Haus gerufen werden sollte, ist bislang offen. "Alle sind standby um das große Erlebnis dann heute Nacht mitzuerleben. Wobei sich das nicht auf Mitternacht bezieht, sondern über den Sonnenaufgang hinausgehen kann", sagte Hintze.

Auch Stegner sagte, wie lange es bis zu einer Einigung dauern werde, könne er nicht sagen. "Ob das noch bei Dunkelheit oder schon im Hellen passiert, das weiß ich nicht so genau."

Einige Unterhändler vertrieben sich die Zeit mit Borussia Dortmund. Die SPD hat im sechsten Stock des Willy-Brandt-Hauses zwei Fernseher aufgestellt, auf denen die Champions-League-Partie des BVB gegen Neapel übertragen wird. Unter anderem wurde Verkehrsminister Peter Ramsauer vor den Bildschirmen gesichtet.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa/AFP