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Köhler hinterlässt spürbare Lücke Ehrenurkunden kommen später

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Wer darf die Urkunden unterzeichnen - Wulff (l.) oder Gauck?

(Foto: picture alliance / dpa)

Amtierendes Staatsoberhaupt ist seit dem Rücktritt von Horst Köhler der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen. Doch die wirklich wichtigen Arbeiten bleiben liegen, bis Deutschland einen neuen Bundespräsidenten hat: die Ehrenurkunden für die Bundesjugendspiele.

Wegen des Rücktritts von Bundespräsident Horst Köhler werden die in diesem Jahr besonders erfolgreichen Teilnehmer der Bundesjugendspiele ihre Ehrenurkunden erst verspätet erhalten. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) habe die Bundesländer unterrichtet, dass Ehrenurkunden immer vom amtierenden Bundespräsidenten unterzeichnet werden, bestätigte eine Ministeriumssprecherin. Es sei deshalb "ganz klar", dass wegen der nach Köhlers Rücktritt bestehenden Vakanz im Amt des Bundespräsidenten nicht unterschriebene Urkunden nicht ausgehändigt werden können.

In Hessen und Bayern wurden nach der Mitteilung der Familienministerin die Landesschulämter von den jeweils zuständigen Kultusministerien angewiesen, vorerst keine Ehrenurkunden auszugeben. Schröders Sprecherin sagte, wenn ein neuer Bundespräsident im Amt ist, würden die Ehrenurkunden "selbstverständlich" nachgereicht.

Bei den Bundesjugendspielen werden nur die für die besten Teilnehmer gedachten Ehrenurkunden vom Bundespräsidenten unterzeichnet, die Siegerurkunden und Urkunden für die Teilnahme als Auszeichnung der anderen Sportler dagegen nicht. Diese könnten deshalb auch wie gewohnt ausgeteilt werden.

Köhler hatte nach sechs Jahren im Amt am 31. Mai mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Die Bundesversammlung wählt am 30. Juni einen Nachfolger. Zur Wahl stehen der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der frühere Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Joachim Gauck (parteilos) und die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Luc Jochimsen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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