Politik

Hinrichtung im Iran Eltern des Opfers helfen

Behnud Schodschaie ist gerade mal 17 Jahre alt, als er in einen Streit gerät und einen anderen 17-Jährigen mit einer Glasscherbe ersticht. Nun ist er im Iran gehenkt worden - mit Hilfe der Eltern seines Opfers.

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Eine öffentliche Hinrichtung im Iran (Archivbild).

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Schodschaie war offenbar zuvor von seinem Opfer mit einem Messer bedroht worden. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hatte er keine rechtliche Vertretung während des Verfahrens. Die EU hatte sich erst vor einem Monat für die Verschonung Schodschaies eingesetzt.

Nach dem islamischen Recht in dem Land kann einem Todeskandidaten das Leben geschenkt werden, wenn seine Angehörigen eine Entschädigung zahlen - das sogenannte Blutgeld. Der Vater von Schodschaie hatte aber offenbar nicht genügend Geld. Auch alle anderen Versuche, die Familie von Schodschaies Opfer zur Gnade zu bewegen, scheiterten.

Offenbar wollte die Mutter des Getöteten erst im letzten Moment, wenn die Schlinge schon um den Hals Schodschaies gelegt war, ihre Entscheidung treffen. Sie entschied sich für die Tötung Schodschaies. Sie und ihr Mann zogen Berichten zufolge gemeinsam den Stuhl unter Behnouds Füssen weg.

Laut Amnesty International wurden im Iran im vergangenen Jahr mindestens 346 Menschen hingerichtet, einige von ihnen waren zur Tatzeit noch Kinder. Dabei hat der Iran eine UN-Konvention unterzeichnet, die die Exekution von zur Tatzeit Minderjährigen untersagt. Nur in China wurden im vergangenen Jahr mehr Menschen hingerichtet.

Quelle: n-tv.de, ghö

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