Politik

Starkes Plus nahe Konfliktregionen Etliche Staaten rüsten wieder auf

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Eine F-16 der taiwanesischen Luftwaffe.

(Foto: REUTERS)

Es ist eine Trendwende nach vier Jahren: Weltweit wird wieder mehr für Rüstung ausgegeben. Unangefochten an der Spitze stehen weiter die USA. Deutlich mehr investieren etliche frühere Ostblock-Staaten. Und die Ausgaben dürften weiter zulegen.

Weltweit haben etliche Statten im vergangenen Jahr ihre Armeen wieder aufgerüstet. Nach vier Jahren Rückgang stiegen die Rüstungsausgaben 2015 erstmals wieder um ein Prozent, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri mitteilte. Insgesamt wurden 1676 Milliarden Dollar (1,5 Billionen Euro) in militärische Mittel investiert. Die Wissenschaftler registrierten große regionale Unterschiede. Besonders deutlich stiegen die Militärbudgets in Ländern Osteuropas und des Nahen Ostens. Dort schlugen sich bewaffnete Konflikte - etwa in Syrien, im Jemen oder in der Ukraine - in wachsenden Ausgaben nieder.

Von den Großinvestoren erhöhten vor allem Russland (+7,5 Prozent), China (+7,4 Prozent) und Saudi-Arabien (+5,7 Prozent) ihre Rüstungsausgaben deutlich. Dass sich Saudi-Arabien trotz geringerer Steigerung in der Ausgabenliste vor Russland schob, lag an der Rubelabwertung und einer Aktualisierung der Sipri-Statistik für 2014. Der Irak gab gleich 35 Prozent mehr für Waffen aus. Die USA investierten dagegen 2,4 Prozent weniger als 2014.

USA beenden Ausgabenzurückhaltung

Im laufenden Jahr dürften sich die Ausgaben der weltgrößten Militärmacht stabilisieren. "Es macht den Eindruck, dass die Einschnitte in den USA dem Ende entgegengehen", sagte Sam Perlo-Freeman, der Leiter des Sipri-Projektes. Deutschland gab 2015 rund 39,4 Milliarden Dollar für Rüstung aus. Es wurde dabei von Japan, das 40,9 Milliarden investierte, vom 8. auf den 9. Platz verdrängt.

Insgesamt gab Saudi-Arabien im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viel für die militärische Rüstung wie Deutschland und hat damit sogar Russland klar hinter sich gelassen. Das sunnitische Königreich lag mit 87,2 Milliarden Dollar weltweit auf Platz drei vor Russland mit 66,4 Milliarden und Großbritannien mit 55,5 Milliarden Dollar. Unangefochten an der Spitze blieben die USA mit 596 Milliarden Dollar vor China mit 215 Milliarden, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri mitteilte. Damit entfällt weiter mehr als ein Drittel der weltweiten Militärausgaben auf die USA

"Die Militärausgaben im Jahr 2015 zeigen gegensätzliche Trends", sagte Perlo-Freeman. Auf der einen Seite spiegelten sie die eskalierenden Konflikte und Spannungen in vielen Teilen der Welt wider. Auf der anderen Seite sei klar zu erkennen, dass wegen des gesunkenen Ölpreises weniger Ölgeld in die Rüstung fließe. Das weltweit größte Minus in den Militärbudgets hatten 2015 die Ölländer Venezuela (minus 64 Prozent) und Angola (minus 42 Prozent) zu verzeichnen. Diese wirtschaftlich und politisch schwankende Lage mache es schwierig, eine Prognose für die Zukunft zu erstellen.

Die Spannungen im Gefolge der Ukrainekrise haben vor allem die Nachbarländer Russlands und der Ukraine zu Ankäufen von mehr Waffen und Ausrüstung motiviert. Polen (+22 Prozent), Litauen (+33 Prozent) und die Slowakei (+17 Prozent) sorgten für einen Gesamtanstieg um 13 Prozent in Mitteleuropa.

Im Gegensatz dazu gingen die Ausgaben in den westeuropäischen Ländern um 1,3 Prozent zurück. Doch das wird sich nach Einschätzung der Stockholmer Forscher bald ändern. Großbritannien, Deutschland und Frankreich hätten angesichts des schwierigen Verhältnisses zu Russland und der Bedrohung durch Terrororganisationen wie des Islamischen Staates angekündigt, ihre Ausgaben zu erhöhen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

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