Politik

Atomausstieg und Strompreise Explosion muss nicht sein

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Es geht noch immer darum, weniger Strom zu verbrauchen.

(Foto: dapd)

Auch ohne Atomkraftwerke können die Energiekonzerne die Strompreise relativ stabil halten. Zu diesem Schluss kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in einer Studie, die für Greenpeace erstellt wird. Allerdings muss man dafür etwas tun.

Der Atomausstieg macht den Strom in Deutschland nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung nicht zwangsläufig teurer. "Es ist keine Strompreisexplosion zu erwarten", sagte die Leiterin des Bereichs Energie, Verkehr und Umwelt beim DIW, Claudia Kemfert bei der Vorstellung der von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie. Der Anstieg der Großhandelspreise könne durch eine größere Effizienz beim Stromverbrauch deutlich abgemildert werden.

Danach sei 2020 mit einem Börsenpreis von 5,1 Cent pro Kilowattstunde zu rechnen, wenn zugleich der Verbrauch durch Effizienzsteigerungen stabil gehalten würde. Bei längeren AKW-Laufzeiten und ohne Einsparungen ergebe sich derselbe Wert.

Energiewende umsetzen

Der Großhandelspreis macht etwa 35 Prozent des Endpreises beim Verbraucher aus, der Rest entfällt auf Umlagen und Steuern. "Wenn die Strompreise steigen, ist nicht der Atomausstieg der Sündenbock, sondern Wirtschaftsminister Philipp Rösler, der die Energieeffizienz blockiert", sagte Greenpeace-Energieexperte Niklas Schinerl. Wenn Rösler den Verbrauch nicht stabil halte, setze er die Energiewende falsch um, und die Preise stiegen.

Der DIW-Studie zufolge könnte der Atomausstieg bis 2030 sogar einen Preisvorteil gegenüber der ursprünglich von Schwarz-Gelb vereinbarten AKW-Laufzeitverlängerung bringen. Flankiert von Sparmaßnahmen werde die Kilowattstunde im Großhandel an der Leipziger Strombörse dann etwa 6,5 Cent kosten. Mit über 2022 hinaus laufenden Atomkraftwerken und ohne Einsparungen wären es jedoch sieben Cent.

Allerdings seien unabhängig vom Atomausstieg steigende Strompreise zu erwarten. Zudem beinhaltet die Rechnung nicht die gesamten Kosten der Energiewende - die Umlage für die Förderung erneuerbarer Energien und die Kosten sind nicht berücksichtigt.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP

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