Politik

Attentat und Geiselnahme in Tunis Extremisten ermorden Touristen

Mindestens acht Menschen sterben, als Extremisten in der tunesischen Hauptstadt das Gelände des Parlaments angreifen. Die meisten sind Touristen. Im benachbarten Nationalmuseum werden Dutzende als Geiseln festgehalten.

Bei einer Schießerei vor dem tunesischen Parlament in Tunis haben Extremisten nach Angaben lokaler Medien mindestens acht Menschen ermordet. Sieben der Opfer sollen Touristen sein. Das meldete das tunesische Staatsfernsehen.

Im Anschluss hätten die Täter im benachbarten Bardo-Nationalmuseum mehrere Geiseln genommen, berichtete der tunesische Radiosender Schams FM unter Berufung auf einen Museumsmitarbeiter. Laut Schams FM hätten am Mittag mindestens zwei Täter in Tarnfleck auf dem Vorplatz zwischen Parlament und Museum das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet.

Im Urlaubsland Tunesien begann Ende 2010 der Arabische Frühling, der zum Sturz des Langzeitherrschers Zine el Abidine Ben Ali führte. Als bislang einziges arabisches Land gelang Tunesien ein Übergang in eine Demokratie. Mit dem Sturz Ben Alis gewannen jedoch auch islamistische Kräfte im Land neue Stärke.

Tunesiens Streitkräfte kämpfen gegen diese Islamisten. Die Regierung befürchtet, dass Tunesier, die sich in Syrien und im Irak der radikalen Miliz Islamischer Staat angeschlossen haben, in ihre Heimat zurückkehren und Anschläge verüben könnten.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa/rts

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