Politik

Weitere E-Mails aufgetaucht FBI: Neue Ermittlungen gegen Clinton

Zwei Wochen vor der US-Wahl nimmt das FBI wieder Ermittlungen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton auf. Ihr Mitbewerber Donald Trump ist begeistert. Doch die nun entdeckten E-Mails stammen offenbar nicht von Clinton selbst.

Das FBI will weitere E-Mails der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton untersuchen. FBI-Chef James Comey kündigte an, die Ermittlungen wiederaufzunehmen. Im Zusammenhang mit der Nutzung eines privaten Servers seien weitere E-Mails aufgetaucht. Demnach ist aber noch unklar, welche Tragweite diese haben. Auch könne er noch nicht absehen, wann die Ermittlungen abgeschlossen würden, schrieb Comey in einem Brief.

In dem Brief von FBI-Chef James Comey heißt es, es seien im Zuge einer anderen Ermittlung weitere E-Mails von Clinton aufgetaucht, die vertrauliche Inhalte enthalten könnten. Es werde geprüft, ob dies für Clintons Fall eine maßgebliche Rolle spiele. Wie lange das dauern könne, sei unklar.

Die E-Mails stammen Berichten zufolge aber nicht von der demokratischen Präsidentschaftskandidatin selbst. Sie seien auf einem elektronischen Gerät gefunden worden und seien von jemand anderem verfasst worden, berichtete der Sender CNN am Freitag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die "New York Times" schrieb, die E-Mails seien entdeckt worden, nachdem das FBI Geräte der Clinton-Vertrauten Huma Abedin und ihres Mannes Anthony Weiner beschlagnahmt hatte.

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Clinton erwartet keine Konsequenzen.

(Foto: AP)

Clinton hatte in ihrer Zeit als Außenministerin E-Mails auch über einen privaten und nicht gesicherten Server verschickt. Dies kann strafbar sein. Das FBI hatte seine Ermittlungen im Juli abgeschlossen und empfohlen, keine Anklage gegen Clinton zu erheben.

Trump begrüßt Ermittlungen

Ihr Mitbewerber von der republikanischen Partei, Donald Trump, hat die neuen Untersuchungen begrüßt. "Das FBI hat nun endlich den Willen, einen furchtbaren Fehler, den es gemacht hat, zu korrigieren", sagte Trump bei einer Wahlkundgebung in Manchester (New Hampshire). Unter Umständen könne noch Gerechtigkeit geübt werden.

Mit der Einstellung der Ermittlungen durch Justizministerin Loretta Lynch galt die Affäre als juristisch beendet, war aber politisch immer wieder ein Thema. Donald Trump drohte seiner Konkurrentin, im Fall seines Wahlsieges einen Sonderermittler einzusetzen und den Fall neu aufzurollen. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, erklärte, Clinton trage ganz allein die Schuld für die Affäre. Sie habe das Vertrauen der Bevölkerung missbraucht. 

Die Demokratin liegt derzeit in landesweiten Umfragen durchschnittlich vor Trump. Der umstrittene Unternehmer hatte sich in den vergangenen Wochen eine Reihe von Fehlern geleistet. Besonders wurde ihm ein Video aus dem Jahr 2005 angelastet, in dem er sich auf verächtliche Weise über Frauen äußert.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa/rts

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