Politik
In der von Männern dominierten FDP-Partei ist Nicola Beer eine der wenigen Frauen an der Spitze.
In der von Männern dominierten FDP-Partei ist Nicola Beer eine der wenigen Frauen an der Spitze.(Foto: dpa)
Montag, 16. April 2018

Zu wenig Frauen in der Partei: FDP denkt über "Fallbeil-Quote" nach

Die Quote ist die niedrigste seit 30 Jahren: Der Frauenanteil in der FDP beträgt gerade mal rund 20 Prozent. Nun bemühen sich die Liberalen darum, mehr weibliche Mitglieder anzulocken. Und denken sogar über bisherige Tabus nach.

Die FDP denkt angesichts des anhaltend niedrigen Frauenanteils in der Partei über eine Frauenquote nach. "Als Partei für Vielfalt und Chancengerechtigkeit müssen wir selbstkritisch feststellen: Bei uns engagieren sich leider zu wenig Frauen", sagte FDP-Bundesgeschäftsführer Marco Mendorf der "Welt". Um das zu ändern, müsse die FDP "endlich auch über bisherige Tabus nachdenken wie eine Selbstverpflichtung und eine konkrete Quote, wenn wir damit Frauen besser fördern können als bisher".

In einer Beschlussvorlage mit dem Titel "Mehr Chancen durch mehr Vielfalt - Bildung einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe Diversity Management" sind 13 Maßnahmen aufgeführt. Eine Arbeitsgruppe aus zwölf Frauen und zwei Männern soll nun über die Liste ergebnisoffen diskutieren. Ziel sei es, "effektive Maßnahmen zu entwickeln, um neue weibliche Mitglieder und Wähler zu gewinnen sowie mehr Frauen in die Parteiarbeit und die Führungsebene zu integrieren".

Eine dieser Maßnahmen ist demnach die Frauenquote, die die FDP bislang abgelehnt hat. Nun wird die Einführung einer "Fallbeil-Quote" vorgeschlagen - für den Fall, dass eine Selbstverpflichtung ihr Ziel verfehlt, "ein Drittel Frauenpartizipation auf Bundes- und Landesbene als formale Zielsetzung" zu erreichen. "Die Selbstverpflichtung wird ergänzt durch eine verpflichtende Frauenquote, die im Fall der Zielverfehlung (zeitlich befristet) greift", zitiert die "Welt" aus der Beschlussvorlage.

Weitere Schritte, wie etwa Mentoring-Programme für Frauen oder gendergerechte Sprache in der Parteikommunikation, sollen noch geprüft werden. Unter anderem sind noch spezifische Kampagnen zur Gewinnung weiblicher Mitglieder und programmatische Auswertung von familienpolitischen Themen geplant.

Hintergrund der Überlegungen ist der geringe Frauenanteil in der Partei, der aktuell bei 21,88 Prozent liegt. Das ist der niedrigste Wert der vergangenen 30 Jahre. Auch bei den Neumitgliedern der FDP liegt die Frauenquote nur bei 18,52 Prozent. Im Präsidium der Partei sitzen 15 Männer und drei Frauen. Die Arbeitsgruppe will bereits auf dem Parteitag Anfang Mai einen Zwischenbericht vorlegen. Ende des Jahres soll der Abschlussbericht fertiggestellt sein.

Quelle: n-tv.de