Politik

Proteste gegen Diskriminierung Festnahmen in Malaysia

Mit Tränengas und Wasserwerfern ist die Polizei in Malaysia gegen Demonstranten vorgegangen, die gegen Rassendiskriminierung protestierten. Augenzeugen berichteten von etwa 5000 überwiegend indischstämmigen Teilnehmern an dem Protest in der Hauptstadt Kuala Lumpur. Nach Medienberichten wurden 50 Menschen festgenommen. Die Demonstration war nicht genehmigt.

Vordergründig wollten die Demonstranten vor die britische Botschaft ziehen, um einer Klage gegen die einstigen Kolonialherren Nachdruck zu verleihen. Darin fordert eine indische Menschenrechtsgruppe 2,7 Billionen Euro Wiedergutmachung, weil Großbritannien Inder als Sklaven nach Malaysia brachte. Die Demonstranten wollten aber auch auf die Lage der indischstämmigen Bevölkerung in Malaysia aufmerksam machen, die sich benachteiligt fühlt.

Die malaysischen Behörden warfen den Demonstranten Aufstachelung zu Rassenunruhen vor. In Malaysia gibt es zahlreiche Privilegien für die Bevölkerungsmehrheit der ethnische Malayen: zum Beispiel bei Universitätsplätzen, Regierungsaufträgen und beim Kauf von Immobilien. Trotzdem sind ethnische Chinesen, die 25 Prozent der Bevölkerung ausmachen, im Durchschnitt wohlhabender. Die Malayen machen rund 60 Prozent der 27 Millionen Einwohner aus. "Inder werden wie Bürger dritter Klasse behandelt", sagte Oppositionspolitiker M. Kulasegaran.

Quelle: ntv.de

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