Politik

Gewalt beim G8-Gipfel in Genua Freisprüche für Einsatzleiter

Sieben Jahre nach dem von Gewalt überschatteten G-8-Gipfel in Genua sind in Italien 13 Polizisten zu Haftstrafen von bis zu vier Jahren verurteilt worden. Das Gericht in Genua befand sie der Gewalt gegen Demonstranten für schuldig, die während des G-8-Gipfels in einer Schule untergebracht waren. 16 weitere Polizisten und auch die drei Hauptverantwortlichen der Ordnungskräfte während des Gipfels wurden hingegen freigesprochen.

Das Verfahren gegen die Polizisten lief bereits seit drei Jahren. Sie mussten sich wegen Körperverletzung und willkürlicher Hausdurchsuchung verantworten, nachdem sie im Juli 2001 eine Schule erstürmt hatten, in der Globalisierungsgegner schliefen. Bei der gewaltsamen Erstürmung waren 93 Globalisierungsgegner festgenommen worden, unter ihnen mehrere Deutsche. Zudem wurde ein Polizist für schuldig befunden im Nachtlager der Demonstranten zwei Molotow-Cocktails versteckt zu haben. Er wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

Der Prozess hatte erst vor einem Jahr eine Wende genommen, als einer der Angeklagten sein Schweigen brach und das Fehlverhalten der Polizisten eingestand. Seinen Schilderungen zufolge schlugen die Beamten auf Unbewaffnete ein. Er sprach damals von einem "Gemetzel".

Im Juli waren bereits 15 Polizisten in einem ähnlichen Fall in Genua zu Haftstrafen zwischen fünf Monaten und fünf Jahren verurteilt worden. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Genua hatte ein Polizist einen 23-jährigen italienischen Globalisierungsgegner erschossen. Mehrere hundert Menschen wurden damals verletzt.

Quelle: ntv.de