Politik

Israel schottet Gazastreifen weiter ab Friedensaktivisten abgeschoben

Sieben pro-palästinensische Aktivisten, die sich an Bord des von Israel gekaperten Hilfsschiffs "Rachel Corrie" befunden hatten, werden über Jordanien in ihre Heimatländer abgeschoben. Rechtliche Schritte gegen Israel dürfen sie nicht einlegen.

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Die "Rachel Corrie" war von israelischen Soldaten aufgebracht worden.

(Foto: dpa)

Nach der unblutigen Übernahme des Frachters "Rachel Corrie" hat Israel mit der Abschiebung von 19 internationalen Friedensaktivisten begonnen. Sieben Passagiere reisten über die Allenby-Brücke nach Jordanien aus, wie der israelische Außenamtssprecher Jigal Palmor bestätigte. Die restlichen pro-palästinensischen Aktivisten sollten im Verlauf des Tages vom internationalen Ben-Gurion-Flughafen aus zurück in ihre Heimatländer fliegen. Vorher müssten sie ein Dokument unterschreiben, mit dem sie darauf verzichten, gegen Israel rechtliche Schritte gegen die Maßnahme einzulegen.

Die israelische Marine hatte den unter irischer Flagge fahrenden Frachter mit Hilfsgütern am Samstagmittag nach mehreren Warnungen vor der Küste des Gazastreifens im Mittelmeer aufgebracht. Die Aktivisten, darunter auch die nordirische Nobelpreisträgerin Mairead Maguire (66), ließen die Soldaten widerstandslos an Bord.

Netanjahu spricht von "Hass-Flotte"

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Netanjahu versucht die Ereignisse einzuordnen.

(Foto: dpa)

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte: "Die ganze Welt konnte den Unterschied sehen zwischen einer humanitären Flotte und einer Hass-Flotte von gewalttätigen, den Terror unterstützenden Extremisten." Er bezog sich dabei auf die gewaltsame Stürmung der türkischen "Mavi Marmara", bei der am vergangenen Montag neun Aktivisten getötet und Dutzende verletzt worden waren. Schwerbewaffnete israelische Soldaten hatten sich in einer Nacht- und Nebelaktion von Hubschraubern auf das Deck des Schiffes abgeseilt.

Netanjahu bekräftige, dass Israel die Einrichtung eines "iranischen Hafens" in Gaza nicht zulassen werde. "Wir werden nicht die freie Einfuhr von Kriegsmaterialien und Schmugglerware für Hamas erlauben. Auf der anderen Seite haben wir nicht den Wunsch, der zivilen Bevölkerung im Gazastreifen das Leben schwer zu machen." Daher wolle man weiter die Einfuhr humanitärer Güter gewährleisten.

Quelle: ntv.de, dpa