Politik

Reemtsma-Entführung Fünf Jahre für Komplizen

Ein Helfershelfer des Reemtsma-Entführers Thomas Drach ist zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der 34-Jährige erhielt die Strafe wegen versuchter Anstiftung zum Mord, Geldwäsche und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Der Physiotherapeut hatte zwischen 2000 und 2001 knapp ein Drittel des "Reemtsma-Lösegeldes" transportiert und im deutsch-belgischen Grenzraum gelagert. Er hatte ein detailliertes Geständnis abgelegt.

Staatsanwältin Jutta Breuer hatte zuvor sechs Jahre Haft gefordert. Der Mann sei zwar nicht an der Entführung des Hamburger Millionärs Jan Philipp Reemtsma im Jahr 1996 beteiligt gewesen. Er habe jedoch zeitweilig als Lösegeld-Hüter der Erpresser 10,4 von insgesamt 30 Mio. DM versteckt. Zwischen April und November vergangenen Jahres habe der Angeklagte das Geld von Drachs Komplizen entgegengenommen, aufbewahrt und über Spanien gewaschen.

Auf die Spur des Angeklagten kamen die Ermittler eher zufällig durch eine von ihm selbst inszenierte Schießerei im deutsch-belgischen Grenzgebiet. Damals war der Mann in seiner belgischen Wohnung angeblich überfallen, ausgeraubt und niedergeschossen worden. Zu Beginn des Prozesses hatte der Physiotherapeut gestanden, gemeinsam mit einem Bekannten den Überfall geplant zu haben, weil er 100.000 Dollar des ihm anvertrauten Lösegelds abgezweigt habe. Der Entführer-Bande wollte der 33-Jährige vortäuschen, das Geld sei ihm gestohlen worden. In diesem Zusammenhang hatte der Mann einen Bekannten zu sechsfachem Mord überreden wollen.

Quelle: ntv.de