Politik

US-Militär warnt vor Gefahren bei Syrien-Einsatz Fünf Optionen liegen auf dem Tisch

Die USA denken über einen Militäreinsatz in Syrien nach. Der Generalstabchef spricht von "kinetischen Angriffen". Was genau er darunter versteht, erklärt General Dempsey jetzt in einem Brief an den Kongress. Fest steht, es könnte teuer und gefährlich werden.

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Martin Sempsey warnt auch vor den Folgen eines solchen Einsatzes.

(Foto: AP)

US-Generalstabschef Martin Dempsey hat mit Äußerungen über einen möglichen US-Militäreinsatz in Syrien neue Spekulationen ausgelöst. Dempsey hatte vergangene Woche bei einer Anhörung im Kongress gesagt, die Regierung diskutiere derzeit "direkte kinetische Angriffe" (direct kinetic strikes) auf Ziele in Syrien. Was genau damit gemeint ist, teilte Dempsey erste jetzt mit einwöchiger Verzögerung mit. In einem Brief an den Kongress beschrieb er verschiedene Möglichkeiten für ein militärisches Eingreifen seines Landes in Syrien.

In dem Schreiben erläuterte Dempsey fünf Optionen von Aufklärungs- und Waffenschulungen für die syrischen Rebellen bis hin zum umfassenden Einsatz von US-Bodentruppen in dem Bürgerkriegsland. Er betonte aber, die Entscheidung über das weitere Vorgehen obliege der Politik.

Der General schrieb, neben Trainingsmissionen könnten die US-Streitkräfte in Syrien gezielt militärische Einrichtungen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad aus der Distanz angreifen. Dazu seien hunderte von Kampfflugzeugen und Schiffen nötig, die Kosten "würden in die Milliarden gehen".

Als nächste Stufe sei die Einrichtung einer Flugverbotszone denkbar, um Luftangriffe der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellen zu verhindern, schrieb Dempsey. Außerdem könnten zum Schutz der zahlreichen Flüchtlinge sogenannte humanitäre Korridore geschaffen und überwacht werden, was voraussichtlich mehr als eine Milliarde Dollar (760 Millionen Euro) im Monat kosten würde. Schließlich beschrieb der General noch die Möglichkeit, "tausende Spezialkräfte und andere Bodentruppen" einzusetzen, um mögliche Lager von chemischen Waffen anzugreifen und unter US-Kontrolle zu bringen.

Dempsey warnt auch vor den Risiken

In dem Schreiben, das an den Vorsitzenden des Streitkräfteausschusses im Senat, Carl Levin, adressiert war, warnte Dempsey zugleich vor Risiken eines US-Militäreinsatzes in Syrien. So könnten Extremisten gestärkt werden und die Führung um Assad könnte Vergeltungsschläge ausführen.

Die USA unterstützt die syrischen Rebellen derzeit mit humanitärer Hilfe und sogenannter nicht tödlicher Ausrüstung wie etwa Schutzwesten und Kommunikationsmitteln. Im Juni kündigte die US-Regierung militärische Hilfe für die Aufständischen an, weil sie den Einsatz von Chemiewaffen durch die Regierungstruppen für erwiesen hält. Im syrischen Bürgerkrieg, der sich aus dem Aufstand gegen Assad vor mehr als zwei Jahren entwickelte, wurden nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 100.000 Menschen getötet.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP

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