Politik

Liberales Schwächeln "Für komplette Koalition eine Krise"

DI10561-20111214.jpg1716181381310861066.jpg

(Foto: dapd)

Die Liberalen sind im Keller. Parteitag beflügelt SPD Joachim Koschnicke glaubt, dass nun "ein gewisser Bodensatz" erreicht sei und es schlimmer kaum mehr werden kann. Die Partei müsse "endlich wieder Relevanz" entfachen, fordert er im Gespräch mit n-tv.

n-tv: Ihre Umfragewerte machen Woche für Woche deutlich, wie schwierig die Situation für die FDP ist. Was sagen Sie: Ist die FDP noch zu retten?

DI10560-20111214.jpg2942374497786102599.jpg

Rösler konnte bislang nicht richtig Tritt fassen.

(Foto: dapd)

Joachim Koschnicke: Nun, schlimmer kann es ja momentan für die FDP kaum werden, das ist schwer vorstellbar. Sie krabbeln jetzt seit fast 12 Monaten meistens unter 5 Prozent herum. Insofern ist so ein gewisser Bodensatz erreicht. Eigentlich kann es nur noch aufwärts gehen. Aber nach dem gestrigen Tag fällt das auch sehr schwer zu glauben.

Die Führungskrise ist unbestritten. Auch inhaltlich muss sich die FDP wohl neu aufstellen, wenn sie denn beim Wähler wieder ankommen will. Wie könnte ein solcher Neuanfang aussehen?

Ich weiß nicht genau, ob man das Personalkarussell nach Stimmungslage drehen lassen muss. Richtig ist natürlich, dass es Herrn Rösler bis dato nicht gelungen ist, Tritt zu fassen als Parteivorsitzender, auch nicht als Wirtschaftsminister. Was jetzt aber viel, viel wichtiger ist: dass die FDP endlich wieder Relevanz entfacht, dass die Menschen wissen, wofür steht die FDP, was ist aus ihr nicht zu machen. Das ist aus meiner Sicht fast noch wichtiger als die Frage, wer obenan steht.

Mit dem Schicksal der FDP ist natürlich auch das der Koalition verknüpft. Wird die Position von Merkel durch eine schwache FDP eher gestärkt oder geschwächt?

Auf jeden Fall ist es richtig, dass es für die komplette Koalition auch eine Krise darstellt, weil eine schwächelnde FDP auch den großen Koalitionspartner belastet, das ist ganz klar. Auf der anderen Seite kann ich mir nicht vorstellen, dass momentan eine gewisse Sehnsucht nach Neuwahlen vorhanden ist, dafür sind die Krisen zu groß. Und Angela Merkel steht ihre Frau, wenn man das so sagen kann, macht ihr Ding und wirkt vermutlich durch die Ereignisse in der FDP, jetzt auch durch die Ereignisse um den Bundespräsidenten herum noch gestärkter als vorher.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema