Politik

Zwei Jahre Bewährung wegen Untreue Gericht verurteilt Chirac

Als erster französischer Ex-Präsident muss sich Jaques Chirac vor Gericht verantworten - und wird der Untreue für schuldig befunden. Die Richter verurteilen den 79-Jährigen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Er hatte in den 90er Jahren als Bürgermeister von Paris Parteifreunden lukrative Jobs verschafft.

Der Prozess gegen den französischen Ex-Präsidenten ist mit einem Schuldspruch wegen Veruntreuung und Vertrauensbruchs zu Ende gegangen. Der 79-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Richter folgte damit nicht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Sie hatte Ende September einen Freispruch gefordert.

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Chirac durfte dem Prozess dank eines ärztlichen Attestes fernbleiben.

(Foto: dapd)

Chiracs Anwalt Georges Kiejman betonte im Nachrichtensender BFM-TV, er wolle mit seinem Mandanten zunächst die Begründung des Urteils studieren. Danach werde über die weiteren Schritte entschieden. "Wir werden heute Abend sehen, ob er das Urteil anerkennen wird." Der Anwalt der Nebenkläger, Jérôme Karsenti, sprach von einer "historischen Entscheidung der Justiz".

Prozess in Abwesenheit

In dem Prozess ging es um insgesamt 28 Jobs, die zu Chiracs Zeiten als Bürgermeister von Paris aus der Kasse der Stadt bezahlt wurden. Die Beschäftigten sollen nur zum Schein angestellt worden sein, aber tatsächlich für Chiracs Partei gearbeitet oder gar keine Gegenleistung erbracht haben.

Chirac brauchte wegen gesundheitlicher Probleme nicht selber vor Gericht erscheinen. Er war während seiner Amtszeit vor jeder Strafverfolgung geschützt und hat bisher stets illegale Tätigkeiten bestritten. Die Anklage wurde erst nach seinem Ausscheiden aus dem Amt möglich.

Quelle: ntv.de, dpa

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