Politik

Raus dritte "Berliner Rede" Globalisierung als Chance

Das heftig diskutierte Thema Globalisierung stand im Mittelpunkt der diesjährigen "Berliner Rede" von Bundespräsident Johannes Rau. Im Berliner Museum für Kommunikation sprach Rau darüber unter dem Motto "Chance, nicht Schicksal - die Globalisierung politisch gestalten".

Die Globalisierung muss Raus Auffassung sozial gerecht gestaltet werden und auf die Bedürfnisse der Menschen Rücksicht nehmen. "Menschen sind nicht so mobil und nicht so bindungslos wie Kapital, und sie werden und wollen es auch nie sein", sagte der Bundespräsident. Die Politik müsse Ängste und Unsicherheiten ernst nehmen, ein Gefühl von Sicherheit und Verlässlichkeit mache offen für neue Wege.

In seiner Rede warnte Rau auch davor, Deutschland in einer Standortdebatte schlecht zu reden. "Ich trete dafür ein, dass wir offen über Probleme und Mängel, über Schwächen und Versäumnisse sprechen. Ich bin aber immer wieder darüber erstaunt, mit welcher Lust und welcher Energie wir unser Land schlecht reden und unsere Zukunft schwarz malen".

Im Jahr 2000 hatte Rau in seiner viel beachteten ersten "Berliner Rede" über die Integration von Ausländern in die deutsche Gesellschaft gesprochen. Im Vorjahr widmete Rau seinen Beitrag der umstrittenen Gen- und Biotechnologie.

Die Tradition der "Berliner Rede" wurde 1997 von Raus Vorgänger Roman Herzog begründet. Er mahnte damals die Deutschen, es müsse ein "Ruck" durch das Land gehen.

Quelle: ntv.de