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Politiker sieht "katastrophale Situation" Griechische Kultur bedroht?

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Bei Touristen beliebt: der Tempel von Parthenon in Athen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Nach einem Griechenland-Besuch schlägt der CDU-Bundestagsabgeordnete Börnsen Alarm. Bei dem enormen Spardruck gerate die Kultur zunehmend unter die Räder. Es drohe die Schließung von Museen sowie der Verfall von Bauwerken. Börnsen fordert Gegenmaßnahmen, um den Kollaps zu verhindern.

Griechenlands Sparkurs hat nach dem Eindruck des CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Börnsen inzwischen schlimme Auswirkungen auf den Kulturbereich. "Die Situation kann für Betroffene wie für die Kultur selbst als verheerend bis katastrophal bezeichnet werden", schreibt Börnsen in einem Bericht an seine Fraktion. Folgen der Einsparungen seien Entlassungen von Mitarbeitern, die Schließung von Museen oder auch der Verfall von Bauwerken. Es drohten zunehmend Raubgrabungen und Diebstähle.

Zuvor hatte der 70-Jährige einige Tage lang die südliche Ägäis mit Schwerpunkt Rhodos bereist. Er ist kulturpolitischer Sprecher der Unionsfraktion und absolvierte seinen Informationsbesuch Ende August in Absprache mit dem Griechenland-Beauftragten der Bundesregierung, Hans-Joachim Fuchtel. "Es ist dringend geboten, dass sich die Ständige Konferenz der europäischen Kulturminister mit der Lage der Kultur in Griechenland befasst", drängt Börnsen. Außerdem gehöre die Thematik in die Fachgremien des Bundestages. "Im Mutterland der abendländischen Kultur geht diese einem Kollaps entgegen."

In diesem Jahr leiste Athen - verglichen mit 2010 - nur noch die Hälfte der Kulturförderung, berichtet Börnsen unter Berufung auf amtliche Zahlen. Der Gouverneur der Südägäis habe 200 seiner 700 Mitarbeiter entlassen. Weder gebe es Geld für die Instandsetzung der seit fünf Jahren geschlossenen Oper noch für die Altstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Viele Museen seien geschlossen, für die verbliebenen seien die Öffnungszeiten halbiert worden. Besonders prekär sei die Lage an den rund 20.000 Ausgrabungsstätten, für die nur noch 2000 Wächter zur Verfügung stünden.

Nach Einschätzung der UN-Kulturorganisation Unesco indes ist das Weltkulturerbe Griechenlands noch nicht von der Sparpolitik bedroht. "Die einzige Stätte, die das Weltkulturerbe-Komitee derzeit mit Sorge betrachtet, ist der Berg Athos. Aber auch hier ist der Grund nicht in der Krise zu suchen", sagte ein Unesco-Sprecher in Paris. Mitte August hatten Waldbrände in der griechischen Mönchsrepublik Athos gewütet. Dort befinden sich mehrere Klöster, die auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes stehen. Auf dieser Liste mit weltweit 962 Natur- und Kulturdenkmälern ist Griechenland mit 17 Stätten vertreten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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