Politik

Israel setzt Gaza-Offensive fort Hamas stellt Bedingungen für Feuerpause

Im Ringen um einen Waffenstillstand im Gazakrieg bleiben die Fronten verhärtet. Bevor Israel die Blockade nicht beendet, werde es laut Hamas-Chef Maschaal keine Verhandlungen geben. Die Zahl der toten Palästinenser steigt unterdessen auf über 700.

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Hamas-Chef Chaled Maschaal forderte ein "Ende der israelischen Aggression".

(Foto: Reuters)

Der Chef der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas, Chaled Maschaal, hat die Zustimmung seiner Organisation zu einem Waffenstillstand mit Israel erneut von einem Ende der Blockade des Gazastreifens abhängig gemacht.

"Wir sind bereit, unser Leben zu opfern, um die Belagerung (von Gaza) zu beenden", erklärte er in der katarischen Hauptstadt Doha. Er bekräftigte, dass seine Organisation nichts gegen Vermittlungsversuche habe, einschließlich derer Ägyptens. Ziel müsse allerdings das "Ende der israelischen Aggression und die Aufhebung der Blockade" sein. Darüber müsse eine Einigung erzielt werden, anschließend lasse sich ein Zeitpunkt für den Beginn einer humanitären Waffenruhe festlegen.

Zuvor hatten palästinensische Offizielle angekündigt, dass ein Waffenstillstand im Gazakrieg "binnen Stunden" möglich sei. Der israelische Regierungssprecher Mark Regev dementierte wenig später, dass ein Waffenstillstand unmittelbar bevorstehe. Ein Mitglied des israelischen Sicherheitskabinetts sagte dem Fernsehsender Aruz 10, die Vereinbarung einer Waffenruhe werde bis zu diesem Samstag erwartet.

Israelische Armee setzt Militäroffensive fort

Die israelische Armee hat unterdessen nach palästinensischen Angaben am frühen Donnerstagmorgen ihre Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Kampfflugzeuge und Artillerie hätten Ziele in dem Küstengebiet beschossen, sagten Ärzte und Augenzeugen. Nach Angaben des Leiters der Rettungskräfte im Gazastreifen, Aschraf al-Kidra, stieg die Zahl der Toten auf 707. Mehr als 4500 Menschen seien verletzt worden.

Augenzeugen zufolge gerieten Menschen in Panik, als in der Dunkelheit Granaten und Bomben einschlugen. Das wichtigste Kraftwerk des Küstengebiets war zuvor bei einem Angriff beschädigt worden. Daher war der Strom ausgefallen.

Das israelische Militär hatte vor etwa zwei Wochen eine Offensive gegen Ziele im Gazastreifen begonnen, um unter anderem den anhaltenden Raketenbeschuss durch radikale Palästinenser zu stoppen. Wie die Streitkräfte in der Nacht mitteilten, wurden am Mittwoch mehr als 95 Geschosse auf Israel abgefeuert. Das Militär gab an, an dem Tag mehr als 100 Ziele im Gazastreifen angegriffen zu haben. Auf israelischer Seite wurden bislang mindestens 32 Soldaten und zwei Zivilisten getötet.

Quelle: n-tv.de, cri/AFP/dpa

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