Politik

"Fahndungsplakat" Hannoveraner CDU entschuldigt sich

Augenzwinkernd hat sich die Hannoveraner CDU mit einem eigenen Plakat für das zurückgezogene Rentenplakat der Bundes-CDU entschuldigt. Der Oberbürgermeisterkandidat der Union für die Kommunalwahl am 9. September dieses Jahres, Clemens Stroetmann, stellte ein eigenes "Fahndungsplakat" vor.

Anders als auf dem zurückgezogenen Entwurf ist auf der Hannoveraner Entschuldigungs-Variante allerdings nicht Bundeskanzler Gerhard Schröder zur "Fahndung" ausgeschrieben, sondern Stroetmann selbst. Darunter steht "Sorry, Gerhard!".

Stroetmann sagte, es sei mehr als Werbung in eigener Sache, wenn er in Hannover "Sorry, Gerhard" sage. Das umstrittene Plakat der Bundespartei bezeichnete Stroetmann als völlig missraten. Hannover kämpfe fair, betonte er. Stroetmann tritt im September gegen den dienstältesten deutschen Oberbürgermeister, Herbert Schmalstieg (SPD), an.

Cartellieri bleibt

Die CDU wies unterdessen einen Zeitungsbericht zurück, wonach Bundesschatzmeister Ulrich Cartellieri wegen der Rentenplakat-Aktion seinen Posten abgeben wolle. Die "Bild"-Zeitung hatte ein CDU-Präsidiumsmitglied mit den Worten zitiert, es sei nicht auszuschließen, dass Cartellieri "die Brocken hinwirft". In der Aussprache des Präsidiums habe der Schatzmeister das Plakat als "Katastrophe" bezeichnet. In der Wirtschaft werde die Opposition als "nicht regierungsfähig" angesehen.

Die Wirtschaft ist nicht amüsiert

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT), Hans Peter Stihl, hält das von der CDU zurückgezogene Rentenplakat für misslungen. "Den Bundeskanzler in der Art und Weise eines Fahndungsfotos abzubilden, ist unter der Gürtellinie und wird von der Wirtschaft nicht geschätzt", sagte Stihl gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Stihl sagte weiter: "Die Aktivitäten der Union gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder halten wir für verfehlt." Der DIHT-Präsident wandte sich gegen die Art der Aufarbeitung der Vergangenheit von Außenminister Joschka Fischer und Umweltminister Jürgen Trittin. "Wenn man sich mit den Jugendsünden anderer Politiker auseinandersetzt, dann muss man gewisse Vorsicht walten lassen", sagte Stihl. Die Möglichkeit, dass sich jemand ändere, sei ja gegeben.

Quelle: ntv.de