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In der Nähe von Teheran liegt die Atomanlage Parchin. Auch um sie dürften die Verhandlungen der IAEA mit Iran kreisen.
In der Nähe von Teheran liegt die Atomanlage Parchin. Auch um sie dürften die Verhandlungen der IAEA mit Iran kreisen.(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Montag, 21. Mai 2012

Atomgespräche mit Teheran: IAEA hofft, Iran droht

Kurzfristig reist der Chef der UN-Atombehörde in den Iran. Er hofft auf einen Durchbruch bei den zähen Verhandlungen um Teherans umstrittenes Atomprogramm - auch weil das Land unter Sanktionen des Westens ächzt. Irans Wirtschaftsminister warnt derweil: Die Sanktionen werden die Länder, die sie ausgesprochen haben, noch selbst zu spüren bekommen.

Kurzfristig setzt der Chef der UN-Atombehörde IAEA, Yukiya Amano, einen eintägigen Iranbesuch an, und sofort beginnen die Spekulationen. Steht ein Durchbruch bei den Verhandlungen über das umstrittene Nuklearprogramm der islamischen Republik bevor? Vor seiner Abreise zeigte sich Amano bescheiden optimistisch.

IAEA-Chef Amano: "Nichts ist sicher, aber ich bleibe positiv gestimmt."
IAEA-Chef Amano: "Nichts ist sicher, aber ich bleibe positiv gestimmt."(Foto: REUTERS)

"Nichts ist sicher, aber ich bleibe positiv gestimmt", sagte er. "Ich denke wirklich, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, eine Vereinbarung zu erreichen." Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel seines zivilen Nuklearprogramms, Atomwaffen zu entwickeln. Die IAEA drängt seit Monaten darauf, Iran säuselt Westen zu EU und USA belegten den Iran wegen mangelnder Kompromissbereitschaft zuletzt mit Sanktionen, die die Wirtschaft der islamischen Republik schwer trafen. Israel entscheidet über Angriff . Aus Diplomatenkreisen hieß es vor diesem Hintergrund: Eine Einigung auf weitere Kontrollen der UN-Inspektoren scheine nahe.

Ölembargo könnte Preise in der EU in die Höhe treiben

"Wir müssen den Schwung aufrecht erhalten", so Amano. "Wir haben in den jüngsten Gesprächsrunden gute Fortschritte erzielt." Amano soll im Laufe des Tages mit dem iranischen Chefunterhändler im Atomkonflikt, Said Dschalili, beraten.

Der Mann ohne Bombe: Noch verfügt Irans Präsident Ahmadinedschad nicht über Atomwaffen. Davon gehen zumindest US-Amerikanische Geheimdienste aus.
Der Mann ohne Bombe: Noch verfügt Irans Präsident Ahmadinedschad nicht über Atomwaffen. Davon gehen zumindest US-Amerikanische Geheimdienste aus.(Foto: picture alliance / dpa)

Dem Iran steht derweil die nächste Sanktionsrunde bevor. Am 1. Juli tritt ein Öl-Embargo der EU in Kraft. Schon in den vergangenen Monaten fiel es Teheran schwer, sein wichtigstes Exportgut zu vertreiben. Das Land setzte auf drastische Mittel, ließ seine Tanker auf der Suche nach potenziellen Käufern Wie der Iran Ölkäufer sucht , um Kontrollen zu entgehen. Die Lage dürfte sich weiter verschärfen, wenn der Iran nicht einlenkt.

Doch auch für die EU könnten die Sanktionen mit Folgen einhergehen. Im Januar warnte der Internationale Währungsfonds IWF, dass ein Stopp iranischer Öl-Exporte in Folge der EU- und US-Sanktionen den Preis um 20 bis 30 Prozent nach oben treiben könnte. Das Barrel könnte dann um die 160 Dollar kosten. Nun sagte auch der iranische Wirtschaftsministers Schamseddin Hosseini, die Sanktionen würden zu einem höheren Ölpreis führen.

Die Preise würden "sicherlich" steigen, warnte er bei CNN. " In Europa werde man die Auswirkungen "wirklich" merken. Er sprach von einem "wirtschaftlichen Rückschlag" für die Länder, die die Sanktionen ausgesprochen hatten. Er sagte es womöglich auch, um Teherans Verhandlungsposition zu stärken. Nach dem Treffen von Amano und Dschlalili gehen am Mittwoch gehen die Atomgespräche der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschlands mit dem Iran in Bagdad weiter.

Quelle: n-tv.de

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