Politik
Peter Kassig hatte sich für syrische Flüchtlinge eingesetzt.
Peter Kassig hatte sich für syrische Flüchtlinge eingesetzt.(Foto: AP)
Dienstag, 18. November 2014

Opfer eines US-Luftangriffs?: IS-Geisel Kassig soll schon tot gewesen sein

Unlängst taucht ein grausiges Video der IS-Terroristen auf, in dem der abgetrennte Kopf des US-Bürgers Peter Kassig gezeigt wird. Ein Untersuchungsbericht belegt nun: Kassig könnte bereits vor seiner Enthauptung tot gewesen sein - getötet bei einem US-Luftangriff.

Der US-Bürger Peter Kassig soll schon vor seiner Enthauptung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bei einem Luftangriff der US-geführten Anti-IS-Allianz gestorben sein. Es gebe Hinweise darauf, dass der entführte Ex-Elitesoldat bereits am 5. November in der Ortschaft Tell Abjad in der Nähe der türkischen Grenze ums Leben gekommen sei, berichtet die britische "Daily Mail" unter Berufung auf den Anführer einer syrischen Untergrundorganisation. Weitere Quellen oder eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht.

Video

Das am Sonntag aufgetauchte Video von der Enthauptung unterscheidet sich von den vier vorangegangenen Clips, in denen die Tötung westlicher Geiseln zu sehen war. So sprach Kassig vor seiner Enthauptung nicht direkt in die Kamera und sein Körper war nicht komplett zu sehen. Auch der Ort der Aufnahme könnte ein anderer sein. Das gab Anlass zu zahlreichen Spekulationen über die Todesumstände.

Der bekannte US-Amerikanische Pathologe Michael Baden hält es der Zeitung zufolge für möglich, dass die Ermordung inszeniert worden ist. Das sei möglich, wenn Kassig bei dem Luftangriff nicht am Kopf verletzt worden sei, zitiert die "Daily Mail" den Wissenschaftler.

Gerüchte um Al-Bagdhadi

Am Wochenende hatte die Zeitung bereits berichtet, dass der mutmaßlich aus London stammende Mörder der westlichen Geiseln bereits vor einer Woche bei einem Luftangriff verletzt worden sein soll. Damals hieß es auch, Kampfflugzeuge der USA hätten eine Gruppe von IS-Anführern angegriffen. Der Angriff mit Kampfjets und unbemannten Drohnen habe sich in der Region Tal Abyad an der Grenze zur Türkei ereignet. Dabei seien "viele" der Militanten getötet worden, darunter zwei regionale Chefs.

Wenig später kam es zu einem weiteren Angriff nahe der von den IS besetzten Stadt Mossul. Der Sprecher des US-Zentralkommandos, Patrick Ryder, sagte, dass dort ein Konvoi mit zehn bewaffneten Fahrzeugen bombardiert worden sei. Ein hoher irakischer Geheimdienstvertreter sagte, es würden Berichte "informeller Quellen" geprüft, wonach auch der oberste IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi unter den Opfern sei. Diese Meldungen haben sich bis heute nicht bestätigt.

Quelle: n-tv.de