Politik

Mehr als 400 Menschen getötet IS-Massaker in Palmyra

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Berichten syrischer Oppositioneller zufolge säumen Hunderte Leichen die Straßen der Weltkulturerbe-Stadt Palmyra.

(Foto: Reuters)

Etwa ein Drittel der geschätzt 200.000 Einwohner Palmyras ist UN-Angaben zufolge geflohen, für Tausende weitere Menschen wird das Leben in der syrischen Oasenstadt zur Hölle. Der IS tötet Anhänger der Regierung in Damaskus.

Die Extremistenmiliz IS hat im syrischen Palmyra offenbar ein Massaker angerichtet. Nach Darstellung des syrischen Staatsfernsehens töteten die Islamisten seit der Eroberung der antiken Stadt vor wenigen Tagen mehr als 400 Menschen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Das Staatsfernsehen beruft sich dabei auf Angaben von Bewohnern Palmyras. Die Leichen seien geschändet worden.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Sie decken sich jedoch teilweise mit Berichten syrischer Oppositioneller. Diese erklärten in Online-Netzwerken, Hunderte Leichen säumten die Straßen der Weltkulturerbe-Stadt. Bei den Toten handle es sich vermutlich um Anhänger der Regierung in Damaskus. Unterstützer der Extremisten stellten Videos ins Internet, die angeblich zeigen, wie IS-Kämpfer Regierungsgebäude durchsuchen und Bilder von Präsident Baschar al-Assad und dessen Vater von den Wänden reißen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) feierte in den vergangenen Tagen mit der Erstürmung der irakischen Provinzhauptstadt Ramadi und kurz darauf der Einnahme Palmyras zwei ihrer bislang größten Erfolge, nachdem sie zwischenzeitlich auch wegen der Luftangriffe einer von den US-geführten Allianz in die Defensive gedrängt schien.

Im Irak meldeten die Sicherheitskräfte eine Woche nach dem Fall Ramadis Erfolge beim Versuch, die Stadt zurückzuerobern. Der Ort Husaiba rund zehn Kilometer östlich von Ramadi sei mit Hilfe schiitischer Milizionäre eingenommen worden, sagten ein Polizeimajor und ein regierungstreuer Stammesvertreter. Nun werde geplant, wie die Islamisten zurückgedrängt werden sollen.

Quelle: ntv.de, asc/rts