Politik

Neun Anschläge in Bagdad Irak versinkt in Bomben-Chaos

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Nach einer Autobomben-Attacke in Erbil sind nur noch Asche und einige verbrannte Fahrzeugteile übrig.

(Foto: REUTERS)

Die Lage im Irak stand lange im Schatten der schlimmen Nachrichten aus Syrien. Mehr als zehn Jahre nach der US-Invasion ist das Land alles andere als stabil. Sunniten attackieren immer wieder Schiiten - an diesem Montag kommt es zu einem erneuten Höhepunkt der Gewaltserie.

Die Sicherheitslage im Irak verschlechtert sich zusehends. In den vergangenen Tagen nahm die Zahl der Terroranschläge wieder massiv zu. Am Montag detonierten binnen weniger Minuten neun Bomben an verschiedenen Plätzen in der Hauptstadt Bagdad. Mindestens 42 Menschen seien getötet und Dutzende weitere verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Die Sprengsätze detonierten in Gegenden, die überwiegend von Muslimen der schiitischen Glaubenrichtung bewohnt werden. Sunnitische Extremisten versuchen, die Spannungen zwischen den Glaubensrichtungen anzuheizen und die von der Bevölkerungsmehrheit der Schiiten dominierte Regierung zu stürzen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden allein im August 800 Iraker bei Anschlägen getötet. Die jüngste Serie reiht sich ein in eine ganze Reihe schwerer Attacken.

Tausende Gewaltopfer in wenigen Monaten

Am Sonntagabend hatte sich ein Selbstmordattentäter inmitten einer Trauergesellschaft in der Stadt Al-Musajib südlich von Bagdad in die Luft gesprengt. Mindestens 40 Menschen kamen ums Leben. Die Explosion brachte die Decke einer schiitischen Moschee zum Einsturz. Der Anschlag ereignete sich während der Beerdigungsfeier für einen Mann, der am Samstag von Aufständischen getötet worden war.

In Bakuba nordöstlich von Bagdad töteten Extremisten Sonntagabend sieben Menschen. Am Sonntag hatte es auch in der ansonsten weitgehend friedlichen Kurden-Stadt Erbil eine Serie von Selbstmordanschlägen gegeben.

Zuletzt haben die Spannungen zwischen den islamischen Strömungen der Schiiten und der Sunniten im Irak wieder zugenommen, auch angeheizt durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien. Seit Anfang des Jahres kamen im Irak nach Angaben von Beobachtern mehr als 6000 Menschen gewaltsam ums Leben.

Quelle: n-tv.de, jtw/dpa/rts