Politik

62 Islamisten und 32 Zivilisten sterben Irakische Polizei tötet Al-Kaida-Kader

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Zerstörungen nach Kämpfen in Falludscha.

(Foto: dpa)

Als die Polizei sunnitische Protestcamps gewaltsam auflöst, nutzen Al-Kaida-Truppen die chaotische Lage und stürmen zwei Städte. Die Lage zwischen Milizionären und Sicherheitskräften eskaliert. Nun gelingt der Polizei ein Schlag gegen einen Kader. Doch die Lage bleibt unübersichtlich.

Irakische Sicherheitskräfte und sunnitische Stammesmilizen haben in der westlichen Provinzhauptstadt Ramadi einen Top-Kader der Al-Kaida-nahen Miliz ISIS (Islamischer Staat im Irak und in Syrien) getötet. Abu Abdelrahman al-Bagdadi, einer der ISIS-Kommandeure in der strategisch wichtigen Provinz Anbar, sei bei schweren Kämpfen in der nördlichen Vorstadt Al-Malahema ums Leben gekommen, berichtete der staatliche Fernsehsender Al-Irakija. Bei Gefechten in Ramadi und Falludscha seien Dutzende weitere ISIS-Milizionäre getötet worden.

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Zu Gefechten kam es vor allem in der Provinzhauptstadt Ramadi und in Falludscha.

(Foto: REUTERS)

Im Gebiet um die westirakische  Provinzhauptstadt Ramadi wurden nach Angaben eines Milizenchefs 62 islamistische Aufständische getötet. Amtlichen Angaben zufolge  kamen in der Unruheprovinz Al-Anbar außerdem 32 Zivilisten zu Tode.

Der irakische Al-Kaida-Ableger hatte in den vergangenen Tagen Polizeiwachen und andere öffentliche Gebäude in wichtigen Städten von Anbar gestürmt und besetzt. Die Regierungstruppen starteten aus Bagdad nach entsprechenden Absprachen mit der sunnitischen Sahwa-Miliz eine Gegenoffensive.

Nach Angaben der Regierungsmedien wurden die ISIS-Kämpfer aus den Zentren von Ramadi und Falludscha vertrieben. Bilder in sozialen Netzwerken zeigten Polizisten in Triumphpose auf Polizeifahrzeugen.

Protestcamps gewaltsam aufgelöst

Dennoch bleibt die Lage in Anbar unübersichtlich, zumal sich die Berichte der Regierungsmedien aus unabhängiger Quelle nicht überprüfen ließen. Die Provinz ist mehrheitlich sunnitisch bevölkert, während die Regierung in Bagdad und ihre Sicherheitskräfte schiitisch dominiert sind. Der Irak als Ganzes ist mehrheitlich schiitisch. Die Sunniten in Anbar fühlen sich von der Regierung diskriminiert.

Erst zu Wochenbeginn hatten die Regierungstruppen die Protestcamps unzufriedener Bürger in Ramadi und Falludscha gewaltsam aufgelöst. Das chaotische Vorgehen der Einheiten aus Bagdad hatte es der ISIS ermöglicht, in die Städte einzudringen und das Gesetz des Handelns an sich zu reißen. Erst mit dem Eintreffen von Verstärkungen aus der irakischen Hauptstadt und nach Absprachen mit den Sahwa-Milizen wendete sich das Blatt.

Die Al-Kaida-nahe ISIS erhält zwar Zulauf aus frustrierten sunnitischen Milieus, ist aber wegen ihres islamistischen Fanatismus in weiteren Kreisen der Bevölkerung unbeliebt. Zugleich vermochte sie sich im unwegsamen Wüstenland von Anbar einzunisten und mischt von dort aus auch im Bürgerkrieg im unmittelbar benachbarten Syrien mit.

Quelle: ntv.de, sko/dpa/AFP