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Schwere Vorwürfe der argentinischen Justiz Iranisches Terrornetzwerk in Südamerika?

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Das zerstörte Gebäude des jüdischen Wohlfahrtsverbandes AMIA nach dem Anschlag 1994, bei dem 85 Menschen ums Leben kamen.

(Foto: REUTERS)

Die Anschuldigungen könnten aus einem Agententhriller stammen, doch die argentinische Justiz ist sich nach jahrelangen Ermittlungen sicher: Der Iran verfügt in Südamerika über ein geheimes Agentennetz - das unter anderem für einen Anschlag verantwortlich sein soll, der vor 19 Jahren 85 Menschen das Leben kostete.

Der Iran hat nach Angaben der argentinischen Justiz ein geheimes Agentennetz für Terroranschläge in Südamerika aufgebaut. Es gebe starke Hinweise, dass zu diesem Zweck iranische Geheimagenten in mehrere Länder der Region eingeschleust worden seien, sagte Staatsanwalt Alberto Nisman in Buenos Aires.

Dazu zählten Brasilien, Paraguay, Kolumbien, Chile, Uruguay, Trinidad und Tobago, Surinam sowie Guyana. Er werde die Justiz dieser Länder über die Ergebnisse seiner Ermittlungen informieren, damit dort entsprechend eingegriffen werden könne, sagte Nisman.

Der Staatsanwalt untersucht den Anschlag auf das Gebäude des jüdischen Wohlfahrtsverbandes AMIA in Buenos Aires vom Juli 1994, bei dem 85 Menschen ums Leben gekommen waren. Argentinien wirft dem Iran vor, hinter dem Bombenattentat zu stecken. Teheran hat stets jede Beteiligung zurückgewiesen.

Nach den Worten von Staatsanwalt Nisman war der Anschlag Teil eines größeren Räderwerks in der Region. Als Drahtzieher nannte er den damaligen iranischen Kulturattaché in Buenos Aires, Mohsen Rabbani. Ziel des Irans sei "der Export der islamischen Revolution". Laut Nisman war das iranische Netz auch für einen 2007 gescheiterten Anschlag auf den New Yorker Flughafen John F. Kennedy verantwortlich.

Argentinien hatte im Januar mit dem Iran ein Abkommen unterzeichnet, nach dem fünf Verdächtige des Amia-Anschlags in Teheran von einer internationalen Wahrheitskommission vernommen werden sollen. Einer der mutmaßlichen Beteiligten ist Irans Verteidigungsminister Ahmad Vahidi. Zwei weitere Verdächtige kandidieren für die iranische Präsidentenwahl am 14. Juni.

Quelle: n-tv.de, dpa

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