Politik

Reise in den Bürgerkrieg endet tödlich Islamist aus Kiel fällt in Syrien

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Kämpfer der Freien Syrischen Armee in der Stadt Deir az-Zur im Osten des Landes.

(Foto: REUTERS)

Ein Islamist aus Deutschland reist über die Türkei nach Syrien, um gegen das Assad-Regime zu kämpfen. Wenige Tage nach seiner Ankunft im Bürgerkriegsgebiet wird er getötet. Seine Frau sagt, ihr Mann habe nur Medikamente an die Verwundeten verteilen wollen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen starb er als "Heiliger Krieger".

Im Bürgerkrieg in Syrien ist nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks erstmals ein Islamist aus Deutschland getötet worden. Aslanbek F. habe viele Jahre in Kiel gelebt, bevor er sich Ende Dezember vergangenen Jahres auf den Weg nach Syrien gemacht habe, berichtet der NDR.

Der 31-jährige Deutsch-Tschetschene sei bei den Kämpfen in Syrien angeschossen worden und am 24. Januar gestorben. Deutsche Sicherheitskreise hätten bestätigt, dass der Mann als "Heiliger Krieger" gefallen sei. Er sei der erste bestätigte Islamist, der im syrischen Bürgerkrieg gestorben sei. Der Mann mit russischem Pass lebte den Angaben zufolge mit Frau und Kindern viele Jahre in Kiel, die Familie sei vor zehn Jahren nach Deutschland gekommen.

Am 28. Dezember soll Aslanbek F. zusammen mit acht weiteren Personen in die Türkei geflogen sein, die Gruppe brauchte anschließend vier Wochen, bis sie Syrien erreichte. Bereits wenige Tage nach ihrer Ankunft dort starb Aslanbek F.

Seine Frau sagte Reportern des NDR, ihr Mann habe in Syrien nur "Medikamente verteilen" wollen für die Verwundeten. Dem Sender zufolge besuchte Aslanbek F. eine Kieler Moschee, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten britischen Studie haben sich bis zu 600 Dschihadisten aus Europa den bewaffneten syrischen Rebellen angeschlossen. Etwa 40 von ihnen kommen nach Angaben des Internationalen Zentrums zur Erforschung von Radikalisierung (ICSR) des King's College in London aus Deutschland.

Quelle: n-tv.de, hvo/AFP

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