Politik

Thema "Iran" in Russland Israel drängt auf Sanktionen

Der israelische Ministerpräsident Netanjahu will Moskau während seines ersten offiziellen Besuchs in Russland zu harten Sanktionen gegen den Iran auffordern.  Netanjahu kündigt dies vor seiner für den Abend geplanten Abreise an. Russland schließt derweil neue Sanktionen nicht aus.

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Israel schaut genau, was im Iran vor sich geht.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Wir werden eine ganze Reihe von Themen besprechen, aber vor allem Iran", sagte der 60-jährige Regierungschef. "Israel glaubt, dass starker Druck auf den Iran ausgeübt werden muss, insbesondere sehr harte Sanktionen." Israel fühlt sich vom iranischen Atomprogramm existenziell bedroht.

Der Sicherheitsexperte Christoph Bertram sagte dagegen im , dass von dem iranischen Atomprogramm keine Gefährdung für Israel ausgehe.

Bilaterale Beziehungen sollen gestärkt werden

Während seines dreitägigen Besuchs will Netanjahu Kremlchef Dmitri Medwedew sowie den Ministerpräsidenten Wladimir Putin treffen. "Natürlich werden wir auch über bilaterale Wirtschaftsfragen sprechen, um die Verbindungen und die Zusammenarbeit beider Länder zu stärken", sagte Netanjahu nach Angaben seiner Kanzlei.

Israel wünsche sich von Russland auch Unterstützung bei den Bemühungen um eine rasche Wiederaufnahme von Nahost-Friedensverhandlungen, hieß es ferner.

"Dominoeffekt"

Unterdessen hat Russland der Führung in Teheran mangelnde Kooperationsbereitschaft vorgeworfen und Sanktionen nicht ausgeschlossen. "Die widersprüchlichen Signale aus Teheran auf die Forderungen der internationalen Atomenergiebehörde sind beunruhigend", sagte der Vize-Vorsitzende des Sicherheitsrats in Moskau, Wladimir Nasarow.

Der Iran dürfe nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen. "Dies hätte in der Region einen Dominoeffekt zur Folge." Russland schließe Sanktionen gegen Teheran nicht aus, allerdings müssten diese Maßnahmen die Führung und "nicht das Volk bestrafen", sagte Nasarow.

Moskau warne aber vor einer militärischen Lösung, die "negative Folgen für die ganze Welt" hätte, betonte er. "Die diplomatischen Mittel sind nicht erschöpft."

Quelle: ntv.de, fma/dpa

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