Politik

"Glauben, dass sie entführt wurden" Israel sucht drei Jugendliche

32899C00FE3C5AFE.jpg8606393017894438505.jpg

Zahlreiche Soldaten und Sicherheitskräfte suchen im Westjordanland nach den Jugendlichen.

(Foto: AP)

Drei Schüler aus einer israelischen Siedlung im Westjordanland verschwinden. Seit zwei Tagen wird mit einem Großaufgebot nach ihnen gesucht. Israel vermutet, dass sie von Palästinensern entführt wurden. Doch es gibt nur ein dubioses Bekennerschreiben.

Drei seit Donnerstag vermisste israelische Jugendliche sind nach Angaben der israelischen Armee von Palästinensern entführt worden. "Wir glauben, dass sie tatsächlich entführt wurden", sagte ein israelischer Militärvertreter. Ohne Nennung von Quellen berichtete das Militärradio, es gebe einen "gewissen Fortschritt" bei der Suche nach den Jungen im Westjordanland.

2014-06-14T083938Z_1032331256_GM1EA6E1A7B01_RTRMADP_3_PALESTINIAN-ISRAEL-SEARCH.JPG7266320814708115947.jpg

Nach israelischen Angaben wurden "Dutzende Menschen" festgenommen.

(Foto: REUTERS)

Nach Angaben der Armee wurden die Jugendlichen am Donnerstagabend nahe einer Bushaltestelle in der Gegend von Gusch Ezion zuletzt gesehen. Die jüdische Siedlung liegt südwestlich von Bethlehem im südlichen Teil des Westjordanlands. Laut Medienberichten gehen die drei Jungen auf eine jüdische Talmudschule, einer von ihnen ist demnach US-Bürger.

Das israelische Militär suchte mit einem Großaufgebot nach den Jugendlichen. Der Armeevertreter sagte, auch palästinensische Sicherheitskräfte seien an der Suche beteiligt. "Dutzende Palästinenser" seien festgenommen worden. Den Angaben zufolge rückten zahlreiche zusätzliche israelische Sicherheitskräfte ins Westjordanland ein, darunter Spezialkräfte und eine Luftlandeeinheit.

Palästinenser bestreiten Entführung

Auf die Frage, ob die Jungen entführt worden sein könnten, um palästinensische Gefangene freizupressen, sagte der Militärvertreter, die Armee prüfe alle Szenarien. Ein Sprecher der palästinensischen Sicherheitskräfte hatte Berichte über eine Entführung der israelischen Teenager durch Palästinenser am Freitag als "verrückt" bezeichnet.

Im Internet tauchte ein Bekennerschreiben auf, dessen Echtheit aber zunächst nicht nachgewiesen werden konnte. Darin bekannte sich ein angeblich im Westjordanland ansässiger palästinensischer Zweig der radikalislamischen Gruppierung Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) zu der Entführung. Isis kämpft derzeit im Irak gegen die Regierung und hat in den vergangenen Tagen mehrere Städte im Norden des Landes erobert.

Zwischen Israel und dem Gazastreifen gab es derweil neuen Raketenbeschuss. Zunächst traf nach israelischen Armeeangaben eine Rakete aus dem von der radikalen Palästinenserbewegung Hamas kontrollierten Gazastreifen den Süden Israels, ohne Schäden anzurichten. Israel beschoss daraufhin nach Angaben beider Seiten Ziele im Süden des Gazastreifens. Auch hierbei sei niemand verletzt worden.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

Mehr zum Thema