"Joseph Goebbels applaudiert"Israel übt scharfe Kritik an Friedensnobelpreis für Pillay

Die südafrikanische Juristin Navi Pillay erhält den Friedensnobelpreis. Die 85-Jährige wirft Israel zuvor als Leiterin einer UN-Kommission Völkermord im Gazastreifen vor. Nun reagiert das israelische Außenministerium mit heftigen Vorwürfen.
Israel hat die Verleihung des Friedensnobelpreises an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay scharf kritisiert. Das Nobelpreiskomitee habe "die größte Lüge des 21. Jahrhunderts" belohnt, hieß es in einer Stellungnahme des israelischen Außenministeriums auf X. "Joseph Goebbels applaudiert bestimmt aus der Hölle", fügte das Ministerium mit Blick auf den NS-Reichspropagandaminister hinzu.
Zuletzt leitete Pillay eine UN-Untersuchungskommission, die Israel 2025 Völkermord im Gazastreifen vorwarf. Israels Regierung weist die Vorwürfe entschieden zurück. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die Anschuldigung, sein Land begehe im Gazastreifen einen Völkermord, kürzlich als "größte Lüge des Jahrhunderts" bezeichnet. Israel spricht angesichts der heftigen internationalen Kritik am Vorgehen der israelischen Armee im Gaza-Krieg von Selbstverteidigung nach dem Hamas-Terrorangriff vom 7. Oktober 2023. Israels Ansehen hat international großen Schaden genommen.
Von Israels Außenministerium hieß es weiter: "Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Pillay ist keine Würdigung der Gerechtigkeit. Es ist die groteske Instrumentalisierung einer Auszeichnung, um antiisraelischen Hass und Vorurteile zu legitimieren". Israel warf der Preisträgerin zugleich vor, die "politisch motivierte Dämonisierung Israels" voranzutreiben.
Das Nobelkomitee hatte am Freitag verkündet, dass die 85-jährige Pillay für ihren Einsatz für Menschenrechte und gegen Kriegsverbrechen mit dem Friedensnobelpreis geehrt wird. Die frühere Richterin am Internationalen Strafgerichtshof und einstige UN-Menschenrechtskommissarin habe maßgeblich dazu beigetragen, "dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden", sagte der Chef des Nobelkomitees, Jörgen Watne Frydnes. Die UN, die EU und die Bundesregierung begrüßten die Entscheidung.