Politik

"Lippenbekenntnisse in Sachen Iran" Israel will keine Beschwichtigung

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Wünscht sich "mutige Entscheidungen": Avigdor Lieberman

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Bekenntnis der EU, den Iran vom Bau von Atomwaffen abhalten zu wollen, dient nach Ansicht des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman vor allem dazu, Israel ruhig zu halten. Israel brauche aber keine Beruhigung, man werde schon nichts Unüberlegtes tun. Stattdessen solle die EU lieber "mutige Entscheidungen" treffen.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hat das Bekenntnis der EU infrage gestellt, den Iran vom Bau von Atomwaffen abzuhalten. Sein Eindruck sei, dass einige Staaten und führende Politiker in Europa über Sanktionen gegen den Iran vor allem deshalb sprächen, um Israel zu beruhigen, sagte Lieberman vor israelischen Diplomaten. Es gehe offenbar weniger darum, einen Zugriff des Iran auf Atomwaffen zu verhindern.

Es gebe keinen Grund, Israel zu beruhigen, sagte der Außenminister. "Jede Entscheidung, die wir treffen, wird ausgewogen und überlegt sein." Lieberman rief Europa auf, sofort "mutige Entscheidungen" in Bezug auf den Iran zu fällen. Das erwarte Israel von der internationalen Gemeinschaft.    

Im vergangenen Monat hatten Spekulationen Nahrung erhalten, Israel könnte Atomanlagen im Iran angreifen: Ein UN-Bericht kam zu dem Ergebnis, dass der Iran offenbar an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet hat. Israel wertet das iranische Atomprogramm als Bedrohung seiner Existenz. Die Islamische Republik dagegen argumentiert, sie nutze die Atomkraft nur zu friedlichen Zwecken.

Am Heiligabend hat die iranische Marine mit einem zehntägigen Manöver zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer begonnen. Die Präsenz in der für den internationalen Ölhandel wichtigen Seestraße von Hormus gilt als Antwort auf die Spekulationen über einen israelischen Militärschlag.

Quelle: ntv.de, rts

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