Politik

"Wir wollen soziale Gerechtigkeit" Israelis protestieren weiter

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In Beerscheba sollte auch die Hauptveranstaltung der Proteste stattfinden.

(Foto: dpa)

Die Proteste in Israel gegen die hohen Lebenshaltungskosten reißen nicht ab. Die Menschen fordern Preis- und Steuersenkungen sowie eine gerechtere Verteilung des Wohlstands.

Der Schwerpunkt der vor einem Monat begonnenen Demonstrationen gegen hohe Mieten und Lebenshaltungskosten in Israel hat sich erstmals in kleinere Städte verlagert. Nachdem sich vor einer Woche 300.000 Menschen in Tel Aviv am Netanjahu geht auf Protestler zu beteiligt hatten, gingen dieses Mal Medienberichten zufolge mindestens 60.000 Menschen in 15 kleineren Städten auf die Straße.

Die größte Kundgebung mit etwa 30.000 Teilnehmern wurde aus Haifa gemeldet. In der Hafenstadt nördlich von Tel Aviv skandierten die Menschen "Wir wollen soziale Gerechtigkeit" und "Die Regierung ist Schuld an dieser Krise". Aber auch in Beerscheba, Aschkelon, Dimona, Eilat und anderen Städten hätten sich Tausende beteiligt, berichtete das Nachrichtenportal Ynet.

"Bisher keine Lösungen präsentiert"

Im Mittelpunkt der Kritik stand erneut der konservative Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. "Leider hat der Ministerpräsident der Öffentlichkeit bisher keine Lösungen präsentiert. Ich habe keine Ahnung, warum Bankmanager 100.000 Schekel (20.000 Euro) und mehr verdienen müssen. Ich werde diesen Kampf bis zum Ende durchhalten", zitierte Ynet einen der Demonstranten in Haifa.

Zwar hatte es schon an den drei Samstagen zuvor Demonstrationen auch in kleineren Städten gegeben, aber sie waren angesichts der Großdemonstrationen in Tel Aviv kaum wahr genommen worden. In Tel Aviv, mit seinen umliegenden Vorstädten mit Abstand größten urbanen Zentrum Israels, gab es nun erstmals seit dem Beginn der Proteste keine größere Demonstration.

Die Protestbewegung hatte im Juli mit einem kleinen Zeltlager im Zentrum von Tel Aviv als Ausdruck des Protests gegen hohe Mieten begonnen. Inzwischen sind die Forderungen viel umfassender und zum Teil auch unübersichtlicher geworden. Es geht nicht mehr nur um das Wohnungsproblem, sondern um die Gesundheitsversorgung, das Bildungssystem und die Steuerlast. Auch wurden Forderungen nach einem neuen Gesellschaftsvertrag für mehr sozialen Ausgleich laut.

Quelle: n-tv.de, dpa

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